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Unsinnigkeit des Westringes bestätigt

  • Dienstag, 1. Juli 2008 @ 12:23
News Die Unsinnigkeit des Linzer Westringes (A26) wird durch die jüngste Studie von Schimetta Consult im Auftrag der Stadt Linz über die Verkehrsentwicklung bestätigt, meint der Linzer KPÖ-Bezirksvorsitzende Roland Hochstöger. Im Stadtzentrum wird nämlich der Verkehr trotz der großspurig versprochenen Entlastung durch den Westring bis 2025 weiter zunehmen, besonders stark im Bereich der Blumauerstraße (plus 131 Prozent) und Kärntnerstraße (plus 86 Prozent).

Mit der Studie wird auch eine Untersuchung der ASFINAG bestätigt, welche mittlerweile einräumt, dass der Westring keine nachhaltige Entlastung des Verkehrs bringt weil der als Hauptargument ins Treffen geführte Entlastungseffekt spätestens zehn Jahre nach der Fertigstellung des Westrings aufgehoben ist. Bestätigt wird damit auch die Aussage „Neue Straßen ziehen mehr Verkehr an“ von Landesverkehrsplaner Leonhard Höfler.

Aussagen wie „Es gibt keine Alternative zum Westring“ von LHStv. Franz Hiesl (ÖVP), fast wortgleich übernommen vom Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger (SPÖ), zeugen von der Unfähigkeit und Unwilligkeit der etablierten Politik sich Gedanken über eine Verkehrspolitik jenseits eines unbegrenzten Wachstum des Autoverkehrs zu machen.

Laut dem von Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) zugesicherten Maßnahmenpaket soll der 4,3 Kilometer lange südliche Teil des Westringes 2009 begonnen und bis 2014 fertig gestellt werden. Der offiziell angegebene Kostenaufwand von 450 Millionen Euro dürfte nach allen bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Verkehrsprojekten letztlich wesentlich höher sein. So wird der Kostenaufwand für das gesamte Projekt inklusive der vorläufig aus taktischen Gründen zur Beruhigung der betroffenen Bevölkerung verschobenen Nordspange in Urfahr bereits auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Mit diesem Geld könnte wesentlich sinnvoller der öffentliche Verkehr ausgebaut und die Tarife gesenkt werden um sie attraktiver zu machen.

Das Argument, ohne Westring wäre die Verkehrsbelastung in der Innenstadt noch größer bestätigt nur die Fehlentwicklung der Verkehrspolitik, die offenbar unfähig ist sich vom Dogma des Individualverkehrs zu lösen: „Die verantwortlichen Politiker von Land und Stadt halten als Lobbyisten von Autoindustrie, Ölkonzernen und Baufirmen am Projekt Westring fest, statt sich auf Alternativen durch Forcierung des öffentlichen Verkehrs und Maßnahmen der Raumordnung um ein weiteres Wachstum des Individualverkehrs aus dem Linzer Umland zu verhindern zu orientieren, die auch in Hinblick auf die Feinstaubbelastung und den Klimaschutz immer dringlicher werden“, so Hochstöger.


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