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„Niemals wieder“ als gelebte Realität

  • Sonntag, 18. Mai 2008 @ 20:55
Antifa Die vom Mauthausen Komitee Österreich und der Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen organisierte Befreiungsfeier in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen würdigte heuer schwerpunktmäßig den Widerstand gegen den Nazifaschismus. Rund 7.000 Menschen waren laut Polizeiangaben zur großen Kundgebung am 18. Mai 2008 anlässlich der Befreiung der Häftlinge durch US-amerikanische Truppen vor 63 Jahren gekommen.

Mit Kranzniederlegungen bei der Gedenktafel für die 42 kurz vor Kriegsende im KZ Mauthausen ermordeten Widerstandskämpfer an der Klagemauer sowie beim Einmarsch der Delegationen auf den Appellplatz beim Sarkophag ehrte die KPÖ den antifaschistischen Widerstand und die Opfer des Faschismus.

Bei der im Jahre 2001 auf Initiative von KZ-Verband und KPÖ-Oberösterreich an der Klagemauer angebrachten Gedenktafel für die am 28. April 1945 bei der letzten Vergasungsaktion im KZ Mauthausen auf ausdrücklichen Befehl von Nazi-Gauleiter Eigruber ermordeten Antifaschisten – darunter der damalige KPÖ-Landesobmann Sepp Teufl – fand eine Gedenkkundgebung statt. Dabei sprachen Rudolf Haunschmid, Ehrenobmann des KZ-Verbandes Oberösterreich und der Schriftsteller Alfredo Bauer Worte des Gedenkens.

Neben den zahlreichen ausländischen Delegationen und vielen anderen österreichischen Organisationen zog eine Abordnung mit Fahnen von KPÖ, GLB sowie der Europäischen Linkspartei auf den Appellplatz ein. Beim Lagertor wies eine Linzer Frauengruppe auch heuer wieder mit Tafeln auf Beispiele des weiblichen Widerstandes gegen den Nazifaschismus in Oberösterreich hin.

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer dankte in seiner Begrüßungsansprache den ehemaligen Häftlingen, den Zeitzeugen und Zeitzeuginnen für ihr „Zeugnis gegen die Barbarei“ und ihre „lebendige Mahnung gegen den rassistischen, gegen den faschistischen Terror. ... Niemand von uns Nachgeborenen kann das tatsächlich erlittene Leid an diesem Ort ermessen. Es übersteigt die menschliche Vorstellungskraft. Und genau in diesem Sinne war dieses perfide Vernichtungswerk von Technokraten ja auch angelegt. Es sollte das für menschlich mögliche Gehaltene mit Hilfe eines bürokratisch industriellen Masterplanes übersteigern. Wir wissen seither, dass alles möglich ist. Und darum ist es so wichtig im Geiste der Opfer dieses Lagers allen künftigen Generationen zur Mahnung zu sagen - Nie wieder.“

Der Ehrenpräsident des Comité International de Mauthausen Walter Beck, ein Überlebender des KZ Mauthausen, erinnerte mit einigen Beispielen an den Widerstand, der selbst noch im Lager geleistet wurde. „Manche Widerstandsaktivitäten waren sehr unscheinbar, erforderten aber den gleichen Mut wie größere Aktionen, weil sie immer mit dem Tode geahndet wurden. Alle diese Widerstandshandlungen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, weil klar sein muss, dass man sich trotz aller Umstände, zu jeder Zeit wehren muss, um dem Unrecht auch künftig keine Chance zu geben.“ Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich, betonte: „Die Zukunftsaufgaben des Mauthausen Komitee Österreich sind für Zivilcourage und sozialen Mut einzutreten, dort wo Unrecht geschieht, dieses aufzuzeigen und einzuschreiten, damit ein 'niemals wieder' gelebte Realität wird.“

In dem 1938 unmittelbar nach der Annexion Österreichs durch Hitlerdeutschland errichteten Nazi-Konzentrationslager Mauthausen und seinen rund 50 Nebenlagern wurde die Hälfte der insgesamt über 200.000 inhaftierten Menschen – darunter Regime-Gegner, Juden, Kriegsgefangene, Roma und Sinti sowie Homosexuelle – ermordet. Bereits im Vorfeld der Befreiungsfeier in Mauthausen fanden zahlreiche Kundgebungen bei Gedenkstätten in den ehemaligen Außenlagern und anderen Stätten der Verfolgung in der Nazi-Ära statt.


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