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KPÖ kritisiert den Trend zu „Studenten von der Stange“

  • Donnerstag, 10. April 2008 @ 11:47
News Als fatal bezeichnet die KPÖ-Oberösterreich die Umwandlung der Universitäten zu Unternehmen, die sich unter anderem in der Verschulung derselben, der Einführung der unsozialen Studiengebühren und der verstärkten Finanzierung durch Drittmittel ausdrückt. Ein Beispiel dafür ist die Linzer Johannes-Kepler-Universität, die 2006 die Rekordsumme von 28,3 Millionen Euro Drittmittel durch Auftragsforschung, erfolgreiches Anzapfen von Wissenschaftsfonds und gutes Abschneiden von Universitäten „Spin-Off-Firmen“ lukrierte und damit bundesweit Vorreiter ist. 252 hochqualifizierte Vollzeitarbeitsplätze werden allein über solche Drittmittel finanziert.

Die Universität wird damit immer stärker zum Anhängsel von Konzernen, wie in Linz am Institut für Biophysik deutlich wird, wo eine enge Kooperation mit Agilent, einem Tochterunternehmen von Hewlett Packard erfolgt. Das Institut für integrierte Schaltungen wiederum kooperiert ebenso eng mit Siemens wie das Institut für Wirtschaftsinformatik.

„Am meisten deutlich wird die zunehmende Abhängigkeit der eigentlich einem öffentlichen Auftrag verpflichteten Universitäten jedoch bei den Banken“, kritisiert KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. So präsentiert sich die Johannes-Kepler-Universität schon nach außen hin unübersehbar durch die Dominanz der Raiffeisen-Landesbank wie auch ein „Raiffeisen-Hörsaal“ beweist. Die Linzer Bankenwelt sieht die Uni als Reservoir für maßgeschneidertes Personal und übt über das Bankeninstitut maßgeblichen Einfluss aus.

Raiffeisen-Generaldirektor Ludwig Scharinger amtierte schon 2003-2008 als Vorsitzender des Linzer Universitätsrates und wurde jetzt neuerlich in dieser Funktion gewählt, er sieht sich auch faktisch als „Hausherr“ wenn er regelmäßig „seine“ Universität inspiziert. Die von Bundesministerin Schmied forcierte Besetzung der Universitätsräte mit Frauen hat sich offenbar an die Spitze nicht durchgeschlagen.

„Die Umwandlung der Universitäten in Unternehmen findet ihren negativen Ausdruck in einer Abwertung von Grundlagenforschung und universeller Bildung“ kritisiert Furtlehner. Maßgeblich sind unter dem Diktat des Kapitals der Trend zur Verschulung und das schnelle Studium und die Negierung philosophischer Reflexe, was nach dem Philosophen Konrad Paul Liessmann zu einer „Theorie der Unbildung“ führt. Politik und Industrie forcieren ein auf die Matura draufgesetztes Spezialwissen, faktisch maßgeschneiderte Studierende im Korsett der Spezialisierung, also „Studenten von der Stange“ (Gerfried Sperl). Eine Trendwende in der Hochschulpolitik ist daher nach Meinung der KPÖ dringend notwendig.




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