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Förderstopp für den rechtsextremen Turnerbund

  • Samstag, 5. April 2008 @ 20:00
Antifa Wie die Studien des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW) eindeutig belegen, gibt es zwischen deutschnationalen Kräften in der FPÖ, rechtsorientierten Massenorganisationen wie etwa dem Österreichischen Turnerbund (ÖTB), den „schlagenden“ Burschenschaften bis hin zu offen neofaschistischen legalen wie illegalen Kleingruppen vielfältige Vernetzungen und personelle Verflechtungen. Nach wie vor wird jedoch von öffentlichen Stellen – beginnend vom Bund über die Länder bis zu den Gemeinden, darunter auch in Linz – der deutschnational ausgerichtete ÖTB mit Subventionen aus Steuergeldern gefördert. Dies erfolgte etwa auch im Zusammenhang mit dem 2006 in Linz stattfindenden Bundesturnfest des ÖTB.

Das DÖW bezeichnet den ÖTB als die „mit Abstand wichtigste Organisation des Deutschnationalismus und Rechtsextremismus“ in Österreich. Der ÖTB ist nach seinem Selbstverständnis keine Sportorganisation, sondern erhebt den umfassenden „Erziehungs- und Bildungsanspruch eines nationalbewussten völkischen Vereines“ (ÖTB-Originalzitat). Er beruft sich bis heute auf „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, dessen rassistisches Gedankengut in Sätzen wie „Polen, Franzosen, Pfaffen, Junker und Juden sind Deutschlands Unglück!“ seinen Ausdruck fand. Trotzdem sind in Linz nach wie vor eine Straße und eine Schule nach Jahn benannt und steht im Volksgarten auf öffentlichem Grund ein Jahn-Denkmal.

Die Kritik antifaschistischer Personen, Gruppen und Parteien wendet sich dabei keineswegs gegen jene vielen Mitglieder des ÖTB, die nur aus Gründen des Sports beigetreten sind. Solange jedoch die Funktionäre örtlicher ÖTB-Turnvereine zur Politik der ÖTB-Führung schweigen und dem Dachverband angehören, tragen sie dafür Mitverantwortung. Dass der ÖTB weiterhin mit Steuergeldern von der Stadt Linz gefordert wird, steht auch im Widerspruch zum Beschluss des SPÖ-Bundesparteitages 1995, dass „alle sozialdemokratischen Funktionäre und Mandatare, auf allen Ebenen (Bund, Land, Gemeinde) jede wie immer geartete Subventionierung oder öffentliche Unterstützung des Österreichischen Turnerbundes abzulehnen“ haben.

Gerade im Gedenkjahr 2008 – 70 Jahre nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland im Jahre 1938 – reicht es nicht antifaschistische Sonntagsreden zu führen, sondern ist es notwendig den ewiggestrigen Ungeist und „braune Flecken“ mit konkreten Maßnahmen zu bekämpfen. Die Linzer KPÖ fordert daher als Ausdruck einer konsequenten Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen die Einstellung aller Förderungen für den Turnerbund, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Bundesturnfest 2006. Weiters verlangt die KPÖ die Umbenennung der nach dem deutschtümelnden und antisemitischen „Turnvater“ Jahn als einen geistigen Vorläufer der Nazibewegung benannten Jahnstraße bzw. der Jahnschule sowie die Entfernung des Jahn-Denkmals aus dem Volksgarten.

Resolution der Bezirkskonferenz der Linzer KPÖ am 5. April 2008


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