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Kritische Stimmen zur Kulturhauptstadt Linz 2009

  • Samstag, 8. März 2008 @ 16:26
Kultur Keine Illusionen haben zahlreiche Kulturschaffende in Hinblick auf die mit gut 60 Millionen Euro Aufwand geplante Inszenierung von Linz als Europäische Kulturhauptstadt 2009. Hier einige kritische Stimmen aus den Medien:

Thomas Steiner, Kunsterzieher, Maler und Avantgarde-Filmer: „Da wird ein riesiger Betrieb ein riesiges Projekt abwickeln. Für die Linzer Künstler wird das ein ruhiges Jahr. Denn die Linzer Kunstszene wird nicht an der Kulturhauptstadt-Entwicklung beteiligt. Das ist enttäuschend. Nicht einmal im Kulturhauptstadtjahr gibt es mehr Geld für die Linzer Kunstszene. Wir sind hier anscheinend nicht erwünscht. Anders formuliert: Die Linzer Kunstszene muss in diesem Jahr nichts tun, weil sie nicht zum Zug kommt. Die Linzer Szene kann im Jahr 2009 ihre Kräfte sammeln und neue Ideen für die darauffolgenden Jahre entwickeln.“ OÖN, 22.2.2008

Kurt Palm, Autor, Regisseur und Volksbildner: „Im November 2008 wird ja im Phönix-Theater in Linz in meiner Regie mein Theaterstück „Der Berg ruft“ uraufgeführt, was nichts anderes ist als eine Farce über Linz 09, und ich kann Ihnen sagen, dass es für mich als Autor die reinste Freude ist, was sich im Vorfeld von Linz09 so alles an Kuriositäten und Absonderlichkeiten abspielt. Ich beobachte das mit größtem Vergnügen, weil mir die Linz09-Verantwortlichen erstklassiges Material liefern. Ich hoffe, dass das in dieser Art weitergeht und Martin Heller, Hubert von Goisern und Co. In ihrem Eifer nicht nachlassen.“ OÖN, 30.1.2008

Thomas Baum, Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor: „Als ehemaliges Mitglied des Linzer Stadtkulturbeirates konnte ich mitverfolgen, wie sich zur anfänglichen Aufbruchsstimmung sehr bald Verärgerung und Frustration mengte. Für viele Kunst- und Kulturschaffende blieben die Gründe für die Absage ihrer Projektanträge nicht nachvollziehbar. Bitter, dass einige namhafte und erprobte Gestalter des kulturellen Lebens die 09-Aktivitäten nur als Zuschauer erleben werden.“, OÖN, 22.2.2008

Peter Lang, Keyboarder der Linzer Pop-Band Shy: „Man liest so vieles über den wirtschaftlichen Nutzen, die steigenden Touristenzahlen, nur vom eigentlich Wichtigsten, dem Programm, hört man wenig. Da ist die Politik, die mehr „Kracher“ fordert und sich gleichzeitig über das hohe Budget beschwert. Dort die Medien, die zurückhaltend Kritik an der Intendanz oder am Zeitmanagement üben, weil ja ein Teil der Bauten nicht mehr rechtzeitig fertig wird, und intern offensichtlich einiges im Argen liegt.“ OÖN, 30.1.2008

Joachim Rathke, Schauspieler am Landestheaer, Chef von theaterSPECTACEL Wilhering: „Ein paar „Knaller“ aus der weiten Welt werden das große Geld futtern, ein paar Hiesige dürfen mitnaschen, mit geringeren finanziellen Ressourcen (also wie sonst auch), und 2010 wird es sein wie immer.“ OÖN 30.1.2008

Wilfried Steiner, Schriftsteller, Posthof-Manager: „Die inflationäre Verwendung von Begriffen wie „Vernetzung“, „Synergieeffekt“, „Nachhaltigkeit“ etc. (die Liste ist lang…) könnte mit verpflichtender Anwesenheit bei sämtlichen Linzer Hubert-von-Goisern-Konzerten geahndet werden.“ OÖN 30.1.2008

Eva Immervoll/Stefan Haslinger, GeschäftsführerIn der Kulturplattform: „Es geht bei Linz 2009 um Herzeigbares, um Repräsentationsflächen und viel zuwenig um eine prozesshafte Auseinandersetzung mit der Kultur und der Stadt. Die Frage ist, was von diesem Herzeigbaren nach 2009 bleibt und ob sich die Kulturpolitik wieder darauf konzentrieren wird, ihrem Auftrag von Gestaltung von Rahmenbedingungen nachzukommen.“ OÖN 30.1.2008

Christian Eder, Vorstandsmitglied der Linzer Stadtwerkstatt: „Als Motto für eine künstlerische Auseinandersetzung ist der Begriff „Kulturhauptstadt“ ohnehin uninteressant. Was als interessantes Motiv bleibt, ist die sich bietende Gelegenheit. Um es so zu sagen, dass es auch die Generation Klingelton begreift: das Geld. Wenn die kulturelle Aktivität nur aus dem Versuch besteht, abstrakte Kulturhauptstadttauglichkeit herzustellen, geht der Blick für Kultur verloren.“ OÖN 22.2.2008

Harald Gebhartl, künstlerischer Leiter des Phönix-Theaters: „Wir haben die Scheidung eingereicht, wegen künstlerischer Grausamkeit. Wir haben sehr viel Zeit mit Gesprächen über Dramaturgie und Inhalte mit Airan Berg verbracht, allerdings ohne Erfolg. Immer wenn es um ein Output unserer künstlerischen Leistung ging, hieß es „nein“. Jetzt machen wir eben unabhängig ein Kulturhauptstadt-Programm.“ Der Standard, 5.3.2008

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