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EU-Förderungen für Rüstungsforschung bei FACC?

  • Mittwoch, 13. Februar 2008 @ 13:16
News „Die EU macht vieles möglich“ verkünden LH Josef Pühringer und Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (beide ÖVP) von Plakaten und konkretisieren dies auch: „Innovative Technologie für die Luftfahrt von FACC“: „Offenbar versteckt sich hinter der penetranten EU-Werbung der Landesregierung ein kräftiges Körberlgeld, um mittels EU-Subventionen die Fischer Advanced Composite Components (FACC) für den Verkauf an multinationale Konzerne herauszuputzen“, vermutet KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.

Als Hintergrund für den Verkauf von FACC wird angegeben, dass das im Hochtechnologie-Sektor als Zulieferer für die Konzerne Boeing, Airbus und British Aerospace – die BAE-Gruppe ist der größte Rüstungskonzern Europas und viertgrößter der Welt – tätige Unternehmen für die Vorfinanzierung aufwendiger Entwicklungen nicht kapitalkräftig genug ist.

Bezeichnenderweise ist FACC auch in die Kompensationsgeschäfte beim Eurofighter-Kauf mit dem EU-Rüstungsmulti EADS involviert: „Da eine klare Trennung zwischen ziviler und militärischer Luftfahrt nicht möglich ist, besteht Aufklärungsbedarf, ob mit den von der Landesregierung plakatierten Förderungen für FACC auch militärische Forschungen finanziert werden“, fragt Furtlehner. Androsch war gemeinsam mit Stronach laut einem Strategiepapier der ehemaligen Vizekanzlerin Riess-Passer an der Einfädelung des Eurofighter-Geschäfts beteiligt.

Mit dem Erwerb der ehemals staatlichen Salinen AG im Jahre 1997 übernahmen die Androsch-Gruppe und die Raiffeisen-Landesbank auch eine Beteiligung von 47,5 Prozent an der FACC, weitere 47,5 Prozent gehören der Skifabrik Fischer, die restlichen fünf Prozent der Gruppe um FACC-Chef Walter Stephan. Der immer wieder in Sonntagsreden demonstrativ zur Schau gestellte Wirtschaftspatriotismus des Industriellen Hannes Androsch (SPÖ) sowie des Chefs der Raiffeisen-Landesbank Oberösterreich, Ludwig Scharinger (ÖVP) wird mit dem Verkauf des Flugzeugzulieferunternehmens FACC in Ried im Innkreis als billiger Schmäh entlarvt.

Als aktuelle Favoriten für die von der deutschen Investbank organisierten Übernahme von FACC gelten Spirit Aerosystems (USA) und eine Investorengruppe aus dem arabischen Raum. Frühere Interessenten wie die österreichische Montana-Gruppe, das Finanzinvestoren-Duo Ronald Pecnik und Georg Stumpf, der russische Oligarch Oleg Deripaska sowie chinesische Investoren dürften mittlerweile das Handtuch geworfen haben.

Scharinger gebärdet sich gerne als „Bollwerk“ gegen einen Ausverkauf, etwa mit einer Beteiligung an der voestalpine oder aktuell bei der Energie AG. Bekannt ist auch das patriotisch definierte Interesse von Androsch an Unternehmen wie Steyr-Daimler-Puch, Assmann, Lenzing, Telekom und BAWAG: „Praktisch unterscheiden sich der rote Androsch und der schwarze Scharinger freilich nicht von anderen Kapitalisten. Wenn die Kohle stimmt, wird verkauft. Das patriotische Gefasel dient nur zur Beschwichtigung kritischer Stimmen“, so Furtlehner.

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