Willkommen bei KPÖ Oberösterreich 

ÖKG-Oberösterreich zu Gast in Kuba

  • Dienstag, 11. Dezember 2007 @ 11:33
Global Ein Reisebericht von Christian Buchinger, Landesvorsitzender der ÖKG-Oberösterreich

Stefan Krenn organisierte mit tatkräftiger Unterstützung der Gewerkschaft CTC in Holguin diese Studienreise der ÖKG Gruppe Oberösterreich. Erste Station ist die große Druckerei Polygraph, die für Kuba, aber auch für andere lateinamerikanische Länder unter anderem Schulbücher druckt.

Ali Lichtner spendete mit dem letzten Container von Buena Vista eine aufwendige Belichtungseinheit, die bis zu diesem Zeitpunkt nur in Havanna zur Verfügung stand. Ali stellt die Maschine auf, richtete sie ein und schult das Personal ein - ein Unterfangen, das sich insgesamt über die gesamten drei Wochen zieht - aber mit Erfolg.

Bei der CTC treffen wir uns mit dem internationalen Sekretär, Fidel Cano, und fahren gemeinsam zur Clinica Cubana Ataxia die einzige Klinik weltweit, die speziell Genkrankheiten behandelt. Es fehlt an Maschinen, Ersatzteilen, Medikamenten und Rohstoffen - eine der sichtbaren Auswirkungen der US Blockade. Beispiel: eine belgische Gerätefirma, die eine große, wertvolle Analysemaschine lieferte, wurde von General Electric (GE) gekauft und seither gibt's wegen der US Boykotts keine Ersatzteile mehr. Des Weiteren werden folgende Geräte benötigt: Ein leistungsstarker PC, Elektroden für die Schlaftherapie und vieles andere.

Ein weiterer Besuch wird in der Polyklinik Holguin durchgeführt: Mit 330 Betten in der Neurologie, Intensivstation wurde schon mehrmals ein Preis für das „moralisch beste Kollektiv“ für genaue und gewissenhafte Arbeit gewonnen. Vom Personal - Patienten Verhältnis können unsere Spitäler nur träumen: ca. 200 Schwestern und ca. 300 Ärzte sorgen bei einer Gesamtbelegschaft von 1600 Beschäftigten für eine Bettenauslastung von über 70 Prozent. Angehörige dürfen rund um die Uhr im Spital sein, für Mutter mit Kind ist eine Anwesenheit der Mutter sowieso obligatorisch. Kinder gehen bei längerem Spitalsaufenthalt im Spital in die Schule. Kuba gibt ca. 12 Prozent des BIP allein für das Gesundheitswesen aus.

Wir erfahren bei unserem Besuch, dass die Kubanerinnen den größeren Grippewellen die Namen unbeliebter Personen geben: die aktuelle Grippewelle heißt „Nasare“ (aus einer brasilianischen Soap Oper, bei der eine unangenehme Frau den Namen Nasare trägt). Andere Grippenamen sind: Bush und Bin Laden. Die Polyklinik ist ein Schwerpunktkrankenhaus des Container Projektes.

Ein weiterer Besuch erfolgt in der Tabak Fabrik in Holguin. Die Arbeiterinnen bekommen einen Teil ihres Lohnes in Devisen. Erzeugt werden 800.000 Stück Zigarren im Monat für den Export. Das Arbeitsgedinge beträgt 200 Stück pro Tag. Aus der Tabakindustrie sind die ersten Gewerkschaften hervorgegangen, unter anderem durch Vorleserinnen, die während der Arbeit auch politische Literatur vortrugen.

In der Kunstuni (ALBA) studieren derzeit ca. 40 Studenten, ein offizieller Kontakt mit der Kunstuni in Linz ist geplant, wird aber durch den noch fehlenden Internet Zugang der Verwaltung gebremst.

Beim Besuch in der „Klinika Verde“ erfahren wir von Direktor Dr. Gomez, dass sie das einzige Krankenhaus in ganz Lateinamerika ist, in dem systematisch die Vernetzung von traditioneller Schulmedizin mit Alternativmedizin betrieben wird - sowohl in der Forschung als auch in der praktischen Anwendung. Hier wird unter anderem benötigt: ein CD-Player für die Musiktherapie, Festplatte für PC (derzeit nur 3 GB), USB-Sticks; Der Wunsch nach einer Patenschaft mit einer Soligruppe wird vom Direktor ausdrücklich gewünscht.

Wir besuchen auch Biran, den Geburtsort von Fidel Castro. Die Führung war sehr informativ und beeindruckend.

In Santiago de Cuba machen wir „Freizeit“ in der „kleinen Casa Trouba“ geht die Post ab und wir genießen kubanische Musik und spüren das Temperament - super!

Zurück in Holguin besuchen wir das Institut für Völkerfreundschaft (ICAP). Bei der IC AP Holguin arbeiten 12 Mitarbeiterlnnnen, davon sind 5 für politische Kontakte zuständig. Die Zusammenarbeit erfolgt mit 40 Ländern, Schwerpunkt ist Europa. Auch die Betreuung von Nichtregierungskontakten zählt zu den Aufgaben der ICAP. Voraussetzung ist lediglich der Respekt gegenüber Kuba und der Einsatz gegen die US-Blockade, alles selbstverständliche Anforderungen an eine Völkerfreundschaft. Das ICAP führt aber auch selbst Veranstaltungen durch: Solidaritätsarbeit, Betreuung ausländischer Studenten aus 61 Ländern; derzeit werden 1.700 Medizinstudenten aus 24 Ländern ausgebildet.

Wir treffen uns noch mit Oscar Lugo Genzalez von der Poder Populär (PP). Die PP hat großes Interesse an internationalen Kontakten, speziell auch mit der Jugend und führt auch selbst große Veranstaltungen in Holguin durch: Jänner: Kulturfest; April: Stadtfest; Mai: Maifeiern; Oktober: Ibero -Amerika Fest mit Kulturaustausch, Lieder, Gedichte, Malerei,... Das Interesse an der österreichischen Kultur wird betont. Heftig diskutieren wir über das Problem oder Nichtproblem von Bürokratie in Kuba.

Bei der CTC werden wir noch zu einem Gespräch mit dem Generalsekretär eingeladen und erfahren dort, dass die Gewerkschaftsverbände in Österreich und Deutschland die einzigen sind, die (noch?) keine offiziellen Kontakte zur CTC geknüpft haben - eine Aufgabe auch für uns. Kontakte mit einzelnen Gewerkschaften gibt es allerdings schon (IG Metall Frankfurt, Konstanz u.a.).

Bei dem Besuch eines Kindergartens werden wir mit dem Wunsch nach Kuscheltieren konfrontiert, aber auch über die nahezu Vollversorgung mit Kinderbetreuungsplätzen aufgeklärt.

Weitere Besichtungen waren unter anderem: ein Jugendclub, ein Erholungsheim für Arbeiterinnen am Meer und vieles mehr, was den Rahmen eines Zeitungsberichtes sprengen und ein Reisebuch erfordern würde.

Eine sehr beeindruckende und informationsintensive Reise, die von Stefan Krenn mit Unterstützung von Fidel Cano außerordentlich engagiert organisiert wurde. 2008 sind daher selbstverständlich zahlreiche weitere Aktivitäten geplant; in Kuba und in Oberösterreich. Viva la solidaridad! Viva la Cuba!

Quelle: Vereinszeitung „Buena vista – Solidarität mit Kuba“, November 2007


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