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Bildungspolitik und Soziale Frage: KPÖ für demokratische Gesamtschulreform

  • Sonntag, 9. Dezember 2007 @ 15:00
Bildung Die soziale Herkunft darf nicht länger die Zukunft von Kindern bestimmen

In Österreich endet die gemeinsame Schulzeit aller Kinder mit 9 ½ Jahren. Auf die gemeinsame Volksschule folgt die soziale Auslese. Aus Gesamt-Volksschulkindern werden HauptschülerInnen oder GymnasiastInnen. Auch wenn über Berufsbildende Höhere Schulen und ORGs HauptschülerInnen die Matura erreichen, bestimmen in Österreich vor allem Herkunft und Elternhaus die zukünftigen Bildungs- und Lebenschancen. Ein Ergebnis der vorzeitigen und sozialen Differenzierung: Kinder von Arbeitern, Alleinerzieherinnen und MigrantInnen werden durch das differenzierte Schulsystem benachteiligt. 20 Prozent der Jugendlichen sind funktionale Analphabeten.

Die AHS-Unterstufe mit ihren Aufnahmeritualen und der faktischen Verweigerung der sozialen Durchmischung ist ein Teil dieses Problems. Die Hauptschule, in Ballungszentren oft Restschule für sozial Benachteiligte, ist die andere, schwächere Seite. Die Integration von Kindern von MigrantInnen und die Integration behinderter junger Menschen in das Schulsystems müssen die Hauptschulen leisten. Nur eine gemeinsame und ganztägig geführte und mit den erforderlichen personellen und materiellen Ressourcen ausgestattete Schule für alle Kinder und Jugendlichen bis zum 16. Lebensjahr kann das Problem der Ausgrenzung sozial Benachteiligter lösen und allen Kindern bessere Chancen geben.

Gesamtschulforderungen der KPÖ

Die Talente aller Kinder und ihre Freude am gemeinsamen Lernen sollen bis zum Ende der Schulpflicht in ganztägigen, kostenlosen und ausreichend finanzierten öffentlichen Gesamtschulen gefördert werden:

LehrerInnen und SchülerInnen der gemeinsamen Schule brauchen optimale Arbeits- und Lernbedingungen – Individualisierung, Teamteaching, kleine Lerngruppen, kleinere Klassen, Projektunterricht dürfen nicht länger am Personal- oder Raummangel scheitern. Die öffentliche Hand hat die notwendigen Ressourcen an Zeit (Dienstposten, „Werteinheiten“, Anerkennung von Fortbildung, von Schulentwicklungsarbeit, von Teambesprechungen und Supervision als Teil der LehrerInnenarbeitszeit) und Raum (Klassen-, Sportstätten, Übungs-, und Freiarbeits- und Freizeiträume für SchülerInnen - Arbeits-, Besprechungs- und Freizeiträume für LehrerInnen) bereitzustellen, aber auch zusätzliche Mittel für SozialarbeiterInnen und PsychologInnen an den Schulen.

Engagierte, bestens ausgebildete LehrerInnen sind für die Qualität der Schulen entscheidend. Daher ist die Anhebung und Verbesserung der Ausbildung aller LehrerInnen notwendig. Die KPÖ unterstützt die Forderung nach gemeinsamer Ausbildung aller LehrerInnen auf Universitätsniveau (8 Semester, Master-Abschluss) und nach Anhebung der Bezahlung aller LehrerInnen auf das derzeitige AHS-Niveau. Die Pädagogischen Hochschulen sollen als Lehr- und Forschungseinrichtungen in den Universitätsbereich eingegliedert werden.

Weitere über die Gesamtschulreform hinausreichende Forderungen:
> ein gemeinsames öffentliches Bundesdienst- und Besoldungsrecht für alle LehrerInnen,
> gemeinsame Schulraumnutzung bisheriger Volks-, Haupt- und Bundesschulen durch Übertragung der aller Schulbauten an Länder und Gemeinden bei finanzieller Grundsicherung durch den Bund,
> Bereitstellung der notwendigen Ausstattung und Arbeitsmittel durch die öffentliche Hand

Bildung kostet: Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt

Mehr Geld für öffentliche Schulen ist Teil der notwendigen sozialen Umverteilung des gesellschaftlich geschaffenen Reichtums, für den KommunistInnen eintreten. Offen, offensiv und unmissverständlich.

Nach der Abwahl von Schwarz-Blau ist Bewegung in die Gesamtschulfrage gekommen. Die Schüssel-ÖVP ist in die Defensive geraten, die SPÖ-Spitze kann sich einmal mehr nicht für eine offensiven Sozial- und Bildungspolitik aufraffen, weil das den von Kapital und Finanzmärkten diktierten Sachzwängen neoliberaler Steuer- und Budgetpolitik zuwiderlaufen würde.

Die KPÖ unterstützt Gesamtschul-Initiativen in Elternvereinen, unter SchülerInnen und LehrerInnen, im ÖGB, in Gewerkschaften und Arbeiterkammern, an den Schulen, in den Gemeinden und in aller Öffentlichkeit: Bringen wir die Widersprüche zum Tanzen!

Beschlossen vom 34. Parteitag der KPÖ am 9. Dezember 2007 in Wien


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