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Soziale Arbeit als „Markt“?

  • Donnerstag, 29. November 2007 @ 17:17
Sozial Am 29. November demonstrierten über tausend Beschäftigte von Sozialvereinen bei einer Protestkundgebung vor dem Landhaus. Über die Situation bei den Sozialvereinen sprach „Café KPÖ“ mit Thomas Erlach, BRStv. EXIT-sozial Linz:

Warum brennt bei pro mente und EXIT-sozial der Hut?

Es drohen tausend Änderungskündigungen in den beiden Vereinen, weil das Land die Mittel kürzt. Landesrat Ackerl will den Sozialbereich für die Wirtschaft öffnen. Um einen sozialen Markt zu schaffen, werden Angebote und Kosten vereinheitlicht. Die Sozialabteilung legt in einem Normkostenmodell fest, was künftig im Sozialbereich noch verdient werden darf. Der Durchschnitt von Alter und Beschäftigungsdauer bildet die Obergrenze der Finanzierung, damit können sich die Vereine ältere und langjährige MitarbeiterInnen nicht mehr leisten.

Gleichzeitig wird den Sozialvereinen mit einem „Verwendungsgruppenmix“ vorgegeben, welche Qualifikation für eine bestimmte Tätigkeit bezahlt wird. Damit werden Ausbildungsniveau und Lohnkosten weiter nach unten gedrückt. Wer zu gut qualifiziert ist und sich Lohneinbußen bis zu 50 Prozent nicht leisten kann, wird im Sozialbereich keine Anstellung mehr finden. Im gesamten Sozialbereich umgesetzt, werden nach und nach alle Organisationen in diese Abwärtsspirale hineingezogen.

Wie kam es zur Bildung der „Linzer Initiative“ von MitarbeiterInnen sozialer Einrichtungen?

Bei der Fachtagung „Markt statt Zuwendung und Solidarität“ haben spontan 80 KollegInnen aus verschiedenen Organisationen ein Netzwerk gebildet, um einen kritischen Diskurs über die Ökonomisierung des Sozialbereiches einzuleiten.

Was ist die Botschaft im „Manifest“ dieser Initiative?

Auf www.linzer-initiative.at haben wir eine Leitidee veröffentlicht, die Grundlage und Ausgangspunkt unserer gemeinsamen Arbeit ist. Kritikpunkte sind wachsende Verteilungsungerechtigkeit, zunehmende Entsolidarisierung, Verlagerung von Existenzrisiken aus der gesellschaftlichen in private Verantwortung, Ausrichtung der sozialen Arbeit nach betriebswirtschaftlichen Kriterien und Reduzierung auf eine Minimalversorgung. Wir wollen aber auch aktiv gegen diese Entwicklungen auftreten und nicht HandlangerInnen dieser menschenverachtenden Politik werden.

Wir danken für das Gespräch.


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