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Sollen Westring-Abgase auf Hauptbahnhof-Areal geblasen werden?

  • Montag, 20. August 2007 @ 14:20
News Als perverses Ansinnen bezeichnet die KPÖ die Absicht der Verkehrsplaner, die Abgase aus dem Südtunnel des geplanten Linzer Westrings (A26) ausgerechnet auf die Gleisanlagen des Hauptbahnhofes zu blasen: „Mit der Ableitung der Abgase von täglich 40.000 Fahrzeugen auf das Bahnhofsareal soll wohl der Bahnverkehr als Alternative zu dem umstrittenen Projekt für den Autoverkehr gezielt und nachhaltig geschädigt werden“, kritisiert KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Im Sinne des gerne zitierten Verursacherprinzips wäre es wohl angebrachter, diese Abgase in das Landhaus und das Rathaus zu leiten, wo die unbelehrbaren Propagandisten des Westrings sitzen.

Laut dem von Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) zugesicherten Maßnahmenpaket soll der 4,3 Kilometer lange südliche Teil des Westringes 2009 begonnen und bis 2014 fertig gestellt werden. Der offiziell angegebene Kostenaufwand von 403 Millionen Euro dürfte nach allen bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Verkehrsprojekten letztlich wesentlich höher sein. So wird der Kostenaufwand für das gesamte Projekt inklusive der vorläufig verschobenen Nordspange in Urfahr bereits auf rund eine Milliarde Euro geschätzt.

Sogar eine Untersuchung der ASFINAG räumt mittlerweile ein, dass der Westring keine nachhaltige Entlastung des Verkehrs bringt weil der als Hauptargument ins Treffen geführte Entlastungseffekt spätestens zehn Jahre nach der für 2015 geplanten Fertigstellung des Westrings aufgehoben ist. Damit wird auch die Aussage „Neue Straßen ziehen mehr Verkehr an“ von Landesverkehrsplaner Leonhard Höfler zum Westring bestätigt.

Die verantwortlichen Politiker von Land und Stadt halten jedoch als Lobbyisten von Autoindustrie, Ölkonzernen und Baufirmen eisern an diesem Projekt fest, statt sich auf Alternativen durch Forcierung des öffentlichen Verkehrs und Maßnahmen der Raumordnung um ein weiteres Wachstum des Individualverkehrs aus dem Linzer Umland zu verhindern zu orientieren, die auch in Hinblick auf die Feinstaubbelastung und den Klimaschutz immer dringlicher werden.

Aussagen wie „Es gibt keine Alternative zum Westring“ von LHStv. Franz Hiesl (ÖVP), fast wortgleich übernommen vom Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger (SPÖ), zeugen von der Unfähigkeit und Unwilligkeit der etablierten Politik sich Gedanken über eine Verkehrspolitik jenseits eines unbegrenzten Wachstum des Autoverkehrs zu machen.


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