Unter dem Titel ÔÇ×Widerstand statt Zustimmung zum RegierungsprogrammÔÇť f├╝hrt ein GewerkschaftsaktivistInnennetzwerk am Freitag, 23. M├Ąrz 2007 in Linz einen Aktionstag durch, der an der Aktionswoche der Hochsch├╝lerInnenschaft gegen die Studiengeb├╝hren ankn├╝pft. Von 14 bis 17 Uhr pr├Ąsentieren mehrere Organisationen am Taubenmarkt ihre Positionen und Alternativen zum Regierungsprogramm. Unterst├╝tzt wird das Netzwerk bislang vom Gewerkschaftlichen Linksblock, der KP├ľ-Ober├Âsterreich´Çá, der Plattform f├╝r k├Ąmpferische Gewerkschaften, der Sozialistischen LinksPartei´Çá und der Werkstatt Frieden & Solidarit├Ąt. Wie es in einem Aufruf f├╝r diesen Aktionstag hei├čt, lehnt das Netzwerk das Regierungsprogramm grunds├Ątzlich ab, weil die Studiengeb├╝hren nicht abgeschafft werden, weil der Ankauf der Eurofighter und die Teilnahme ├ľsterreichs an der EU-Militarisierung nicht gestoppt wird, was weltweite Milit├Ąreins├Ątze und weitere Aufr├╝stungsschritte bedeutet und auch weil weitere Liberalisierungen und Privatisierungen bei der Eisenbahn, dem ├Âffentlichen Verkehr, bei Trinkwasser, Spit├Ąlern und Schulen, der E-Wirtschaft, bei der Gesundheitsversorgung, der Altersversorgung und bei den staatlichen Dienstleistungen drohen.

Der Schwerpunkt der Kritik bezieht sich jedoch auf die Betroffenheit von Berufst├Ątigen, weil laut Koalitionsabkommen eine Ausdehnung der maximalen Arbeitszeit auf 12 Stunden pro Tag bzw. 60 Stunden pro Woche und der t├Ąglichen Normalarbeitszeit auf 10 Stunden geplant ist, weil mit einem Pflegemodell ein massiver Angriff auf elementare Arbeitszeitregelungen und L├Âhne im Gesundheits- und Sozialbereich droht, weil die Laden├Âffnungszeiten auf 72 Stunden pro Woche erh├Âht werden sollen, wodurch sich die Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten weiter verschlechtern werden und weil der K├╝ndigungsschutz bei den Lehrlingen in den ersten beiden Jahren aufgeweicht werden soll,

Die in dem Netzwerk arbeitenden GewerkschafterInnen fordern angesichts der tiefen organisatorischen und politischen Krise der ├Âsterreichischen Gewerkschaftsbewegung zur wirksamen Bek├Ąmpfung des Regierungsprogramms eine strategische Neuausrichtung des ├ľGB. Als erste Ansatzpunkte wird verlangt, dass GewerkschafterInnen weder in Parteigremien noch in einer ├Âffentlichen K├Ârperschaft (Nationalrat, Bundesrat, LandtagÔÇŽ) Ma├čnahmen, die zu Verschlechterungen f├╝r Arbeitnehmerinnen und Arbeitslose, Sozialabbau oder Privatisierung f├╝hren, zustimmen d├╝rfen.

Statt Sozialpartnerpapiere mitzuverfassen, die als Regierungsvorlage f├╝r solche Verschlechterungen dienen, erwartet das Netzwerk von der ├ľGB-Spitze, die Regierungspl├Ąne zur Verl├Ąngerung des Arbeitstages und der Laden├Âffnungszeiten, sowie die massive Aufweichung des K├╝ndigungsschutzes f├╝r Lehrlinge zur├╝ckweisen: ÔÇ×Die Gewerkschaften m├╝ssen Kampfma├čnahmen gegen die von der Regierung angek├╝ndigten Angriffe unterst├╝tzen und organisierenÔÇť, so abschlie├čend im Aufruf f├╝r den Aktionstag.

Das Netzwerk fordert au├čerdem die SP├ľ-Linz auf, ihrem Beschluss gegen die Aufweichung beim K├╝ndungsschutz f├╝r Lehrlinge Taten durch eine gemeinsame Organisierung von Widerstand zur Verhinderung dieser Ma├čnahme folgen zu lassen, falls es sich bei diesem Beschluss nicht um leere Worte handeln sollte.