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Provozierte Randale

  • Montag, 12. März 2007 @ 14:22
Österreich Alois Franz sprach mit Roland Hochstöger über aktuelle Fußball-Politiken.

Café KPÖ: Die Medien sind voll von Berichten über Randale in den Fußballstadien. Was ist los?

Hochstöger: „Randale“ in den Fußballstadien gab es immer und wird es immer geben. Aber jetzt im Vorfeld der Europameisterschaft 2008 beschäftigen sich die Medien verstärkt mit diesem „Problem“ und es entsteht ein regelrechter Gewalthype. Die geringste Kleinigkeit muss herhalten um die Gefährlichkeit der Fußballfans zu unterstreichen.

Dabei geht es aber auch darum, dass die Fans in Österreich sich neu organisiert haben und insgesamt selbstbewusster und kräftiger in Erscheinung treten als die Jahre zuvor. So etwas ist den österreichischen Medien natürlich suspekt. In Wahrheit ist die Gewalt aber im Vergleich zu den achtziger Jahren sicher zurückgegangen.

Café KPÖ: Die Polizei marschiert in Robocop Manier auf. Eine Provokation?

Hochstöger: Natürlich wirkt dieses Auftreten der Polizei ziemlich provokant und es wird von ihrer Seite auch bewusst provoziert. So wurden beispielsweise die Wacker Innsbruck Fans vor einigen Jahren als sie in Linz gegen den Lask ihren Meistertitel in der zweiten Liga feiern wollten von der Polizei bewusst provoziert und nach dem Spiel mit Wasserwerfern beschossen.

Und das Beispiel von Rapid zeigt, dass seit sich dort keine Polizisten mehr im Westsektor des Hannapistadions (Sektor der Rapid Fans) aufhalten, es keine Gewalttaten mehr gibt. Augenzeugen des Derbys am letzten Sonntag waren sich auch einig, dass sich die Polizei im Rapidsektor keineswegs deeskalierend verhalten hat.

Café KPÖ: Vom Innenminister bis zu den Vereinspräsidenten wird der Ruf nach null Toleranz lauter. Was ist der Hintergrund?

Hochstöger: Die Europameisterschaft spielt eine ganz entscheidende Rolle. Österreich und die Schweiz wollen sich als die Perfekten Gastgeber der EM präsentieren. Und wenn man sich die Kartenvergabe ansieht dann wollen sie sich nicht den Fans als Gastgeber präsentieren, sondern der Politik und den Sponsoren. Fans werden nur in einem ganz geringen Ausmaß Teil der EM sein. Wenn, dann auch nur solche die keine Probleme machen und fest konsumieren.

Die EM wird natürlich auch als große Chance gesehen die so genannten Problemfans aus den Stadien zu vertreiben. Dies schlägt sich natürlich auch jetzt in der Bundesliga nieder. Die Polizei und der Innenminister wollen die totale Überwachung der Fußballstadien mit Video und allen anderen Möglichkeiten neuer Technologien. Haftrichter sollen schon am besten im Stadion Untersuchungshaft verhängen können.

Der Grundsatz, dass man jemandem eine Straftat nachweisen muss soll in sein Gegenteil verkehrt werden und die Fans sollen beweisen müssen, dass sie nichts getan haben. Stadionverbote sollen von den Gerichten ohne Anzeige der Vereine ausgesprochen werden können. Diese EM wird sicher auch dramatische gesellschaftliche Auswirkungen haben. Was hier im Fußball probiert wird, kann später überall anders auch angewandt werden.

Quelle: Café KPÖ, Nummer 15, März 2007

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