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Same Shit as usual

  • Mittwoch, 14. März 2007 @ 07:12
Bildung Wie umfallen, wenn man nicht steht? Von Barbara Steiner und Nora Gumpenberger

Seit Jahresbeginn ist es bekannt: Die Studiengebühren wurden nicht erhöht! Schon 60 Stunden sozialer Dienst ermöglicht allen den freien Zugang zur Hochschulbildung! Fein gedacht, denn: „Neue soziale Herausforderungen in der Hospizbewegung“ warten auf die StudentInnen! Angehende AkademikerInnen, diese Intellektuellen, sollen ihre soziale Ader entdecken. Vor allem Frauen kommen immer zu kurz. Fehlt Ihnen doch die staatlich zur Verfügung gestellte Möglichkeit, sich sozial zu engagieren: der Zivildienst!

Das Regierungsprogramm – Potpourri an Grauslichkeiten - beinhaltet eben diese plumpe und verhöhnende Möglichkeit, staatlich verordnete, prekäre Billigjobs zu schaffen. Sozialarbeit wie Sterbebetreuung und Pflege bedarf jedoch fundierter Ausbildung und Zeit, ist keine minderwertige Arbeit für jedeN X-BeliebigeN. Werden nun 200 000 StudentInnen sozialarbeiterisch eingeschult? Schließlich unversichert und für sechs Euro in der Stunde - unter dem Mindestlohn - vom Staat angestellt? Gilt es als soziale Arbeit, Geschwistern Nachhilfe zu geben? Oder soll doch die studentische Putzkolonne zum großkoalitionären Großreinetage ausrücken? Warum eigentlich fragen? Das Recht auf Bildung soll weder Privileg sein, noch bezahlt oder erarbeitet werden müssen!

Die Studiengebühren sind „de facto“ nicht abgeschafft. Die SPÖ ist in den Regierungsverhandlungen aber nicht umgefallen. Um umfallen zu können, muss man erst stehen. Die SPÖ schwimmt im neoliberalen Strom, gemeinsam mit den anderen Parlamentsparteien. Spätestens seit der Einführung des „Studienbeitrags“ 2001 bestimmen die Regeln des freien Marktes auch den Bildungssektor. Was nichts kostet ist nichts wert.

Leistungs- und Effizienzorientierung, Wettbewerbsfähigkeit machen Bildung zur reinen Ausbildung. Was keinen verwertbaren Nutzen bringt ist orchideenhaft und somit eliminierbar. Die Studiengebühren sind Zugangsbeschränkung Nummer eins: Sie bringen soziale Selektion, Mehrfachbelastungen, und Elitenreproduktion. Bildung darf keine Ware sein. Bildung ist keine Dienstleistung, kein Service, auch wenn uns sämtliche BildungspolitikerInnen das weismachen möchten. Selbst wenn es genug Lehrende, Klopapier, Platz und gutes Mensa-Essen gäbe, dürfte für Bildung kein Cent bezahlt werden müssen. Aber selbst genug Klopapier scheint ferner denn je zu sein.

Aus: Café KPÖ Nummer 15, März 2007


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