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Grein: Kernstockstraße fällt

  • Montag, 26. Februar 2007 @ 08:29
Antifa Gemeinderat wird Umbenennung in Weinbergstraße beschließen, FP dagegen. Ein Bericht aus der „Perger Rundschau“ vom 22. Februar 2007:

Grein/ Der Gemeinderat wird in der heutigen Sitzung. Donnerstag, die letzte Kernstockstraße in Oberösterreich umbenennen - mit den Stimmen aller Parteien, außer der FP. Im Kulturausschuss wurde ein einsprechender Beschluss gefasst. Der Umbenennung in Weinbergstraße steht nichts mehr im Weg.

Damit wird dem jahrelangen Drängen der Perspektive Mauthausen, der Sozialistischen Jugend (SJ), der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, des OÖ Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus und nicht zuletzt der KPÖ Rechnung getragen. Die KPÖ hatte seit Jahren im Zusammenhang mit den Gedenkjahren oder der Debatte um „braune Flecken“ in Oberösterreich auch die Kernstockstraße in Grein immer weder thematisiert.

Im Vorjahr nahm der Kulturausschuss unter Leitung von Vizebürgermeister Leopold Möller einen neuerlichen Anlauf. Der Greiner Dr. Karl Hohensinner von der Akademie der Wissenschaft hat herausgefunden, dass im Gebiet der Kernstockstraße zu Beginn des 16. Jahrhunderts in bescheidenem Umfang Weinbau betrieben, wurde.

Die Bewohner wurden zu einem Informationsgespräch eingeladen, das im Dezember stattgefunden hat. Kulturstadtrat Leopold Höller und Vizebürgermeister Manfred Michlmayr erklärten die Motive der Stadt, warum man die Straße nun umbenennen wolle: Die ständige Präsenz in den Medien wegen brauner Flecken schade dem Ansehen der Stadt. Diese Argumente wurden letztlich auch recht positiv von den Bewohnern der Kernstockstraße aufgenommen und verstanden. „Die Kosten der Umbenennung für die Bewohner trägt die Gemeinde“, informieren Höller und Michlmayr.

„Kernstock ist nicht nur wegen seines nationalistischen Gedankengutes und mancher chauvinistischer Texte kein Renommee, er ist insgesamt auch zu unbedeutend, um eine Straße nach ihm zu benennen. Sein Andenken wird nur in nationalen, rechtslastigen Kreisen gepflegt. Es ist aber nicht gerechtfertigt, ihn mit anderen Namensgebern wie Rosegger oder Stifter in eine Reihe zu stellen. Der regionale Bezug fehlt völlig. Also wird ihn - außer ein paar Ewiggestrigen - niemand vermissen“, heißt es aus VP- und SP Kreisen.

Nationalsozialistische Propaganda

Der Priester und Forscher Ottokar Kernstock (1848 bis 1928) dichtete das Hakenkreuzlied für die Fürstenfelder Ortsgruppe der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP). Trotz Distanzierung zu Lebzeiten nutzte die nationalsozialistische Propaganda das Lied nach Kernstocks Tod für ihre Zwecke. Kernstücks Lyrik beinhaltet oft radikale deutsch-nationale Inhalte. 1916 sollte Kernstock zum Leiter des Germanistischen Seminars der Universität Wien berufen werden. Das verhinderte Karl Kraus mit einem Beitrag in seiner Zeitschrift „Die Fackel“. 1920 schuf Kernstock auch den Text der österreichischen Bundeshymne von 1930.


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