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Atomkraft ist falsche Orientierung gegen drohenden Klimawandel

  • Mittwoch, 8. November 2006 @ 12:20
News Als falsche Orientierung wird von der KPÖ der Vorstoß der Internationalen Energieagentur (IEA), einer Unterorganisation der OECD, für ein forciertes Programm zum Bau neuer Atomkraftwerke abgelehnt. Diese Ankündigung erfolgte als Reaktion auf eine zu erwartende Klimakatastrophe und den großflächigen Zusammenbruch des mitteleuropäischen Stromnetzes.

Die IEA spricht recht offenherzig von einer „dreckigen, unsicheren und teuren Energiezukunft“, läßt aber wirkliche Alternativen dazu vermissen. Laut der Agentur steigt der Energieverbrauch bis 2030 um 50 Prozent, der Ausstoß von Kohledioxid um 55 Prozent. Daraus wird die Notwendigkeit der Steigerung der Stromkapazität von 368 auf 519 Gigawatt abgeleitet, was 75 Atomkraftwerken von der Größe Temelins entspricht.

„Auch wenn sich Österreich als Konsequenz aus der Zwentendorf-Volksabstimmung von 1978 als atomfrei bezeichnet, ist der Ausbau der Kernenergie in der EU vorprogrammiert und wird durch das Euratom-Programm abgesichert“, kritisiert KPÖ-Kommunalsprecher Leo Furtlehner das Doppelspiel der österreichischen Energiepolitik. Angesichts der Dimensionen der Atomenergie in der EU – derzeit sind von weltweit 444 Kernkraftwerken 148 in EU-Ländern in Betrieb – ist das politische Hickhack der Parteien über Temelin ein Schattenboxen und antischechischen Reflexen geschuldet. Als ersten Schritt fordert die KPÖ den Austritt Österreichs aus dem Euratom-Vertrag und der damit verbundenen Mitfinanzierung der Atomkraft.

Notwendig ist vielmehr eine generelle Absage an die spätestens seit der bis heute nachwirkenden Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 ein genereller Ausstieg aus der Atomenergie notwendig. Solange die EU-Großmächte Frankreich, Großbritannien und Deutschland weiter auf Atomkraft setzen können sich kleinere Länder darauf berufen und gehen Proteste überwiegend ins Leere.

Die Klimaschutz-Tagung in Nairobi muß eine düstere Bilanz über die Zwischenbilanz des 1997 unterzeichneten Kioto-Protokolls ziehen, wobei gerade auch Österreich ein Schlußlicht darstellt. Statt Fortschritte bei der Verpflichtung zu machen, bis 2010 den Ausstoß von Treibhausgasemmissionen um 13 Prozent zu senken, stieg der CO2-Ausstoß um 14,8 Prozent und Österreich ist damit nach Spanien, Portugal und Irland der viertgrößte Kioto-Sünder der EU. Die USA, die allein für ein Viertel des weltweiten Ausstosses verantwortlich sind, und Australien sowie mehrere Opec-Staaten haben das Protokoll immer noch nicht unterzeichnet.

Um dem immer stärker drohenden Klimawechsel entgegenzusteuern ist die Orientierung auf verstärkten Einsatz der Atomkraft allerdings ein falscher Weg: „Notwendig ist vielmehr ein umfassendes Programm um die fossilen Energieträger zugunsten erneuerbarer Energiegewinnung zurückzufahren und gleichzeitig durch Energiesparmaßnahmen und effizienteren Einsatz die vorhandenden Kapazitäten sinnvoller einzusetzen“, so Furtlehner.


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