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Deutschnationale Präsenz im Nationalrat mit Schmiss und Kornblume

  • Dienstag, 31. Oktober 2006 @ 13:26
News Mit dem Schmiss im Gesicht und der Kornblume am Revers bei der Angelobung des neu gewählten Parlaments – deutlicher hätte die Stärkung der extremen Rechten bei der Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 nicht Ausdruck finden können, meint die KPÖ-Oberösterreich.

Die Kornblume war in Österreich schon im 19. Jahrhundert Markenzeichen der alldeutschen Bewegung von Georg Ritter von Schönerer und nach dem Verbot der NSDAP durch Dollfuss im Jahre 1933 das Symbol der illegalen Nazis vor dem „Anschluss“ an Deutschland im Jahre 1938. Bezeichnungen von Gasthäusern als „Kornblumenstüberl“ zeigen heute noch die Gesinnung der Besitzer, die FPÖ veranstaltet demonstrativ „Kornblumenbälle“.

Das Blau der Kornblume gilt als Sinnbild des ungebundenen Wachstums, im Klartext für den Expansionsdrang der „Völkischen“. Bezeichnenderweise verwendet auch der als Vorfeldorganisation der FPÖ geltende deutschnationale Österreichische Turnerbund (ÖTB) die Farbe blau auf Fahnen, Wimpeln und in der Kleidung der Turner.

In Linz gab es im September 1995 einen Wirbel, als die FPÖ-Fraktion bei der Angelobung ihres damaligen Stadtrates und Burschenschafters („Arminia Czernowitz“) Franz Obermayr demonstrativ mit der blauen Kornblume im Knopfloch erschien. Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) ließ sich gar mit Obermayr gemeinsam fotografieren, entdeckte einige Tage später nach einem Pressebericht die politische Bedeutung der Kornblume als deutschnationales Symbol in der 1. Republik, was zu einer heftigen Debatte über diese Symbolik führte.

Während die FPÖ-Abgeordneten bei der Angelobung des Nationalrates 1999 und 2002 nur mit einer rotweißroten Schleife auftraten wurde dies 2006 mit der Kornblume ergänzt: „Das demonstriert ein Zusammenwachsen deutschnationaler und reaktionärer österreich-patriotischer Einstellungen, der es gilt durch verstärkten Internationalismus und einer unmissverständlichen Ablehnung der Fremdenfeindlichkeit zu entgegnen gilt“, meint KPÖ-Landessekretär Leo Furtlehner.

Die Verwendung der Kornblume durch die MandatarInnen der FPÖ im Parlament ist allerdings auch im Zusammenhang mit der starken Präsenz schlagender Burschenschafter im „Hohen Haus“ zu sehen: Der oberösterreichische FP-Landeschef Lutz Weinzinger – bekannt für seinen Ausspruch „National heißt für mich deutsch“ und der Interpretation Mozarts, Beethovens und Grillparzers als „gesamtdeutsche Künstler“ – ist Mitglied der Burschenschaft „Bruna Sudetia“. Der Linzer Gemeinderat Werner Neubauer ist Mitglied der Burschenschaft „Teutonia“.

Weitere prominente Burschenschafter sind Parteichef Hans-Christian Strache („Vandalia“), Volksanwalt Ewald Stadler („Skalden“) und der Abgeordnete Reinhard Bösch („Teutonia“). Weitere KandidatInnen mit belegten Querverbindungen zu rechtsextremen Gruppen sind Barbara Rosenkranz (NÖ), Norbert Hofer (Burgenland) und Gerhard Kurzmann (Steiermark).


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Schriftsteller, Journalist, Politiker – Franz Kain (1922-1997).
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