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Leopold Stocker Verlag: Verbreitung von rechtsextremen Gedankengut

  • Freitag, 1. September 2006 @ 09:49
Antifa Der Stocker Verlag trägt das steirische Landeswappen, das für „besondere im Interesse des Landes gelegene Leistungen“ verliehen wird. Derzeit findet eine Unterschriftenaktion statt, die sich für die Aberkennung der Auszeichnung und die Entfernung des Links zum Verlag auf der Homepage des Landes ausspricht.

Der Leopold Stocker Verlag mit Sitz in Graz fördert sowohl durch seine verlegerische Tätigkeit als auch durch finanzielle Beteiligungen und die Aktivitäten seines Geschäftsführers Wolfgang Dvorak-Stocker die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts.

Der Stocker Verlag und seine rechtsextremen Autoren

Im Bereich Zeitgeschichte und Politik brachte und bringt der Leopold Stocker Verlag u.a. Bücher von zahlreichen Autoren aus dem rechtsextremen Spektrum heraus, z.B. von Andreas Mölzer, der gegen „Umvolkung“, „Schmelztiegeln verschiedenster Rassen“ und „Landnahmen fremder Völker“ agitierte. Auch Friedrich Romig, der als umtriebiger Antisemit in der rechtsextremen Publizistik bekannt ist, David Irving, der den Holocaust als eine „Legende“ und Auschwitz als eine „Attrappe“ bezeichnet, Fritz Becker, Autor der neonazistischen „Huttenbriefe“, Wolf Hess - Sohn von Rudolf Hess -, der ebenfalls in rechtsextremen Kreisen aktiv ist (mit dem Buch: „Rudolf Hess: Ich bereue nichts“) wurden beim Leopold Stocker Verlag publiziert. Der bekannte Rechtsextremist und ehemaligen SA-Sturmführer Otto Scrinzi, veröffentlichte seine Autobiographie bei Stocker. Der Buchversand des Leopold Stocker Verlags, die „Bücherquelle“, vertreibt zudem Bücher von Jean Marie Le Pen (Front National), Franz Schönhuber (Republikaner) oder Jörgen Schwab (NPD).

Vor kurzem wurde der „Ares Verlag“ als eine weitere Verlagsgruppe des Leopold Stocker Verlags gegründet, der in Zukunft ausschließlich historisch-politische Titel herausbringen soll und als eines seiner ersten Bücher das Hauptwerk Caspar Schrenck-Notzings verlegt, eines deutschen Rechtsextremisten, dessen Kampf vor allem der „Umerziehung des deutschen Volkes“ gilt.

„Neue Ordnung“ - Aktiv im rechtsextremen Blätterwald

Der Stocker Verlag gibt vierteljährlich die Zeitung „Neue Ordnung“ heraus, in der regelmäßig AutorInnen aus der rechtsextremen Szene wie Karl Richter, Gerhoch Reisegger oder Friedrich Romig schreiben. Rassistische und antisemitische Beiträge werden veröffentlicht. Das „Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes“ bezeichnet die „Neue Ordnung“ als „Brückenbauorgan zum Rechtsextremismus“ und kritisierte beispielsweise an der Ausgabe Nr. 2/2004 einen Jubelartikel über den rumänischen Faschistenführer Corneliu Z. Codreanu, Gründer der pro-nationalsozialistischen „Eisernen Garde“, die 1940 Pogrome und Massaker an der jüdischen Bevölkerung durchführte.

Der Leopold Stocker ist außerdem mit 10% an Mölzers Publikation „Zur Zeit“ beteiligt, die regelmäßig offen antisemitische Artikel publiziert. Der Geschäftsführer des Verlags selbst ist Autor in der rechtsextremen Jugendzeitschrift „Aula“, deren „Schriftleiter“ bis vor kurzem Otto Scrinzi war. Wolfgang Dvorak-Stocker referierte außerdem 2002 bei der „Gesellschaft für freie Publizistik“, einer bedeutenden Organisation des deutschen Rechtsextremismus.

Auszüge aus Dvorak-Stockers Rede: „Und wenn wir an die heute verlorenen deutschen Ostgebiete denken und diese im Sinne des mythischen Verständnisses der Nation weiterhin als Auftragsraum unseres Volkes betrachten, bietet die Reichsidee wiederum den vielleicht einzigen realistischen und politisch verwirklichbaren Weg ihrer Wiedergewinnung. [...] Die einzige wirkliche Frage ist hier die der biologischen Substanz, die ein Volk ausmacht. Wenn diese biologische Substanz der Deutschen durch Einwanderung und Multikultur verändert wird, dann findet der nationale Geist [...] auch keine Substanz mehr vor, um lebendig zu werden, und sein Ende ist gekommen.“

Unterschriftenaktion zum Leopold Stocker Verlag

Der Leopold Stocker Verlag wirbt meist mit seinen unpolitischen, vor allem landwirtschaftlichen Fachbüchern. Doch dies ist kein Argument, um über seine politischen Tätigkeiten hinwegzusehen. Aus dem Begleittext zur Unterschriftenliste von Mayday 2000: „Die Gewinne, die er mit Büchern über Imkerei und Jagd erzielt, stärken ein Unternehmen, das die Förderung rassistischer, antisemitischer und neonazistischen Autoren und Publikationen als seine Aufgabe betrachtet. Dass der Stocker Verlag nicht vorhat, seine Verlagspolitik zu ändern, zeigt nicht zuletzt die Gründung der „Ares“-Verlagsgruppe.“ Gefordert wird daher, die Aberkennung des Landeswappens und die Entfernung des Links zum Stocker Verlag auf der offiziellen Homepage des Landes Steiermark.

Quellenangabe:
Leopold Stocker Verlag: Verbreitung von rechtsextremen Gedankengut (vom 31.01.2005),
URL: http://no-racism.net/article/1101/, besucht am 20.09.2006

Christian Eder


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