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Weinzinger und Küssel als „Brüder im deutschen Geiste“

  • Mittwoch, 20. September 2006 @ 11:50
News Als „Brüder im deutschen Geiste“ bezeichnet die KPÖ-Oberösterreich FPÖ-Landeschef Lutz Weinzinger und den Neonazi Gottfried Küssel, die – wie jetzt bekannt wurde – gemeinsam beim deutschnationalen Rummel zum 200. Todestag von Johann Philipp Palm am 26. August 2006 in Braunau und Simbach vertreten waren.

Der 1993 rechtskräftig wegen NS-Wiederbetätigung und 2005 neuerlich wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilte Küssel war dabei Teilnehmer der von Burschenschaften und FPÖ organisierten Feier. Ein von Küssel und seiner Gruppe geplanter „Einmarsch“ übe die Innbrücke nach Braunau wurde von den Behörden untersagt.

Der 1806 in Braunau wegen seines Widerstandes gegen Napoleon durch Verbreitung der Flugschrift „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung“ erschossene Buchhändler Johann Philipp Palm wurde als „unfreiwilliger Held“ zu einem Idol deutschnationaler Gruppen hochstilisiert.

Bezeichnend ist die Aussage Weinzingers „Was kann die FPÖ dafür, wenn sich bei den Veranstaltungen immer ein paar Figuren aus der rechtsradikalen Szene anhängen?“. Damit gesteht er nämlich ein, dass die Politik der FPÖ eine so große Nähe zum offen neofaschistischen Milieu hat, dass dieses geradezu eingeladen wird, sich an der wiedererstarkten FP „anzuhängen“.

Während sich die FPÖ im Wettstreit mit dem Westenthaler-BZÖ um die Forderung nach Abschiebung von MigrantInnen als „soziale Heimatpartei“ demonstrativ „für Österreich“ gebärdet ist sie insbesondere auch in Oberösterreich im Kern wieder stramm deutschnational: „Eindeutige Indizien dafür sind etwa die Kandidaturen von deutschnationalen Burschenschaftern mit teilweise eindeutiger rechtsextremer Vergangenheit oder nachweisbaren Verbindungen zu neonazistischen Organisationen“, meint KPÖ-Landessekretär Leo Furtlehner.

FP-Landeschef Lutz Weinzinger hatte mit dem Ausspruch „National heißt für mich deutsch“ und der Interpretation Mozarts, Beethovens und Grillparzers als „gesamtdeutsche Künstler“ seine Geisteswelt hinreichend dargestellt. Weinzinger ist Mitglied der Burschenschaft „Bruna Sudetia“ und kandidiert auf Platz 14 der FPÖ-Bundesliste. Weiters kandidiert aus Oberösterreich Werner Neubauer, Mitglied der Burschenschaft „Teutonia“ auf Platz 6 der FPÖ-Bundesliste.

Prominente Burschenschafter sind Parteichef Hans-Christian Strache („Vandalia“), Volksanwalt Ewald Stadler („Skalden“) und der Abgeordnete Reinhard Bösch („Teutonia“). Weitere KandidatInnen mit belegten Querverbindungen zu rechtsextremen Gruppen sind Barbara Rosenkranz (NÖ), Norbert Hofer (Burgenlang), Gerhard Kurzmann (Steiermark) und Franz Werner Königshofer (Tirol).


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