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Platzwarte für zahlungskräftige Eliten?

  • Freitag, 21. Juli 2006 @ 15:51
Kommunal Von Christoph Kepplinger, Hagenberg

Hagenberg wird also trotz seiner Bemühungen kein Austragungsort für die oö. Landesgartenschau sein und selbstverständlich ist die Enttäuschung bei jenen groß, die dahingehend große Hoffnungen gehegt haben.

Schon in einer Gemeinderatssitzung vom Februar wurde der Erfolg einer Bewerbung heftig in Frage gestellt – und trotz zahlreicher ungeklärter und gewichtiger Fragen, etwa der Finanzierung und der kostenintensiven weiterführenden Nutzung und Betreuung der Gestaltungsprojekte, wider jede Vernunft beschlossen. Dies alles geschah, wie sich nun herausstellt, auf Kosten des ohnehin strapazierten Budgets!

Die Gemeinde darf froh sein, dass es nur bei den auf diese Weise „verspekulierten“ 9.000 Euro für die Bewerbung geblieben ist. Zu Recht haben sich manche Gemeinderäte vor einer Zuerkennung der Landesgartenschau „gefürchtet“.

Für jenen Teil der Bevölkerung, der sich durch die Regierungspolitik der letzten Jahre in einer zunehmend bedrängten finanziellen Lage befindet, klingen selbst solch kleine Summen utopisch und auch der Spielraum der Gemeindekasse ist beschränkt, werden doch, um das gesamtösterreichische Budget zu beschönigen, mehr und mehr Kosten vom Bund auf die Gemeinden abgewälzt.

Nun will man in Hagenberg dennoch unbeirrt einen Golfplatz samt Hotel umsetzen, was meines Erachtens ein weiteres Beispiel ist, wie sich die Hagenberger Gemeindepolitik von den Grundbedürfnissen seiner Bewohner wegentwickelt.

Während bei Verbesserungen im öffentlichen Verkehr, bei der Nahversorgung, bei der dringenden Sanierung der Volksschule, bei sozialen und kulturellen Einrichtungen oft Jahre vergehen und jeder Cent zweimal umgedreht wird, gibt man sich bei der Konzeption und beim Bau von elitären Luftschlössern den großspurigsten Träumen hin.

Die Hagenbergerinnen und Hagenberger haben mehr verdient, als nur zukünftige Platzwarte oder RezeptionistInnen für zahlungskräftige Eliten zu sein.

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