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KPÖ gegen Förderung des rechtslastigen Turnerbundes

  • Freitag, 7. Juli 2006 @ 12:21
News Im Zusammenhang mit dem vom 10. bis 15. Juli 2006 in Linz stattfindenden 11. Bundesturnfest des Turnerbundes fordert die KPÖ als Ausdruck einer konsequenten Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen neuerlich die Einstellung der Subventionierung des ÖTB aus Steuergeldern durch Bund, Länder und Gemeinden.

Weiters tritt die KPÖ für die Umbenennung aller nach dem deutschtümelnden und antisemitischen „Turnvater“ Jahn als einen geistigen Vorläufer der Nazibewegung benannten Verkehrsflächen und anderen öffentlichen Einrichtungen wie Schulen etc. und für die Entfernung aller Jahn-Denkmäler von öffentlichem Grund ein, so KPÖ-Kommunalsprecher Leo Furtlehner.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) bezeichnet den ÖTB als die „mit Abstand wichtigste Organisation des Deutschnationalismus und Rechtsextremismus“ in Österreich. Der ÖTB ist nach seinem Selbstverständnis keine Sportorganisation, sondern erhebt den umfassenden „Erziehungs- und Bildungsanspruch eines nationalbewussten völkischen Vereines“ (ÖTB-Originalzitat).

Der Turnerbund beruft sich bis heute auf „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, dessen rassistisches Gedankengut in Sätzen wie „Polen, Franzosen, Pfaffen, Junker und Juden sind Deutschlands Unglück!“ seinen Ausdruck fand. Trotzdem sind bis heute in 56 österreichischen Städten und Gemeinden Straßen nach Jahn benannt. Laut eigenen Angaben des ÖTB sind von 104 schriftlich dokumentierten Jahndenkmälern 86 erhalten, wobei allerdings viele davon auf Privatgrund stehen.

Seit dem Urteil des Landesgerichtes Wien von 1981, laut welchem die Schreibweise der „Bundesturnzeitung“ als neofaschistisch bewertet wurde, agiert der Turnerbund vorsichtiger, weil er unter dem Druck massiver öffentlicher Kritik fürchten muss, Mitglieder und finanzielle Förderungen zu verlieren.

Der Turnerbund hat keineswegs deutschnationalen und rechtsextremen Inhalten abgeschworen und sich zu einem normalen Sportverband gewandelt. Vielmehr handelt es sich um taktische Zugeständnisse der ÖTB-Führung, die immer noch für „die Erhaltung, Pflege und Förderung des deutschen Volkstums“ eintritt.

Wie die Studien des DÖW weiters eindeutig belegen, gibt es zwischen dem Turnerbund, deutschnationalen Kräften in der FPÖ, den „schlagenden“ Burschenschaften bis hin zu offen neofaschistischen legalen wie illegalen Kleingruppen vielfältige Vernetzungen und personelle Verflechtungen.

Dass der ÖTB weiterhin mit Steuergeldern gefördert wird, steht auch im Widerspruch zum Beschluss des SPÖ-Bundesparteitages 1995, dass „alle sozialdemokratischen Funktionäre und Mandatare, auf allen Ebenen (Bund, Land, Gemeinde) jede wie immer geartete Subventionierung oder öffentliche Unterstützung des Österreichischen Turnerbundes abzulehnen“ haben.

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