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ÖVP und SPÖ leisten dem Turnerbund seit Jahrzehnten Schützenhilfe

  • Dienstag, 2. Mai 2006 @ 13:07
Antifa Als Versuch sich durch formale Distanzierungen einen Freibrief für die Subventionierung aus Landesgeldern – vor allem auch in Hinblick auf das Bundesturnfest 2006 in Linz – zu sichern bewertet die KPÖ-Oberösterreich eine als Entwurf vorhandene Erklärung des Österreichischen Turnerbundes (ÖTB). Die Landessubventionen für den ÖTB sind seit 2003 auf Betreiben der Grünen eingefroren: „Für die antifaschistische Haltung der Grünen wird ihre Haltung zu dieser Erklärung zur Gretchenfrage“, meint KPÖ-Landessekretär Leo Furtlehner.

In der Erklärung wird der Eindruck erweckt, als hätte es im Turnerbund nach dem Urteil des Wiener Landesgerichts von 1980 keine rechtsextremen Aktivitäten mehr gegeben. Nach wie vor pflegt der ÖTB aber – etwa auf seiner Website – den Kult um den „Turnvater“ Friedrich-Ludwig Jahn, dessen rassistisches Gedankengut in Sätzen wie „Polen, Franzosen, Pfaffen, Junker und Juden sind Deutschlands Unglück!“ seinen Ausdruck fand. Verweigert wird weiterhin die Streichung des „deutschen Volkstums“ aus den ÖTB-Leitlinien von 1996 oder eine Änderung der Symbolik des ÖTB.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes bezeichnet den ÖTB als die „mit Abstand wichtigste Organisation des Deutschnationalismus und Rechtsextremismus“ in Österreich. Ähnlich wird der ÖTB vom Politologen Anton Pelinka und vom Historiker Rudolf Kropf beurteilt. Der ÖTB ist nach seinem Selbstverständnis keine Sportorganisation, sondern erhebt den umfassenden „Erziehungs- und Bildungsanspruch eines nationalbewussten völkischen Vereines“ (ÖTB-Originalzitat).

Das Beharren des Turnerbundes auf elementaren Positionen ist freilich nur vor dem Hintergrund möglich, dass er sowohl von ÖVP als auch von SPÖ seit Jahrzehnten hofiert und aus Steuergeldern subventioniert wird. LH Josef Pühringer (ÖVP) ist selbst ÖTB-Mitglied.

Die SPÖ beschloss beim Bundesparteitag 1995 und beim Landesparteitag 2003 alle Funktionäre und Mandatare der SPÖ zu verpflichten „auf allen Ebenen gegen jede wie auch immer geartete, unmittelbare oder mittelbare Subventionierung“ des ÖTB und seiner Zweigvereine aufzutreten und jede wie auch immer geartete sonstige Unterstützung etwa durch die Übernahme von Ehrenschutz abzulehnen. Trotzdem wird auch in den SPÖ-regierten Gemeinden der Turnerbund mit der Begründung es handle sich um „rein sportlichen Aktivitäten“ weiterhin kräftig gefördert.

Initiiert durch Erinnerungen der KPÖ zum Linzer Budget hatten die Grünen am 16. Dezember 1999 im Linzer Gemeinderat die Umbenennung der nach dem ÖTB-Idol Friedrich Ludwig Jahn benannten Jahnstraße und der Jahnschule sowie die Entfernung des Jahn-Denkmals im Volksgarten verlangt. Dieser Antrag wurde von ÖVP und FPÖ abgelehnt, die SPÖ leistete Schützenhilfe durch Stimmenthaltung.

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