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Raumplanung verdient ihren Namen nicht

  • Dienstag, 4. April 2006 @ 13:15
News Es ist ein fragwürdiger Rekord, wenn Österreich europaweit die größte Dichte von Einkaufszentren aufweist: „Dies ist Ergebnis einer völlig den Handelskonzernen untergeordneten Politik und dem faktischen Fehlen einer Raumplanung, welche diesen Namen auch verdient“ meint dazu KPÖ-Kommunalsprecher Leo Furtlehner.

Trotz der enormen Dichte von Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ sind derzeit bundesweit 50 weitere Projekte in der Planung. Erleichtert wird dieser Wildwuchs und damit auch die systematische Zersiedelung im Umland der Städte durch die föderalistisch organisierte Kompetenz, da wirksame bundesweite Maßnahmen fehlen und die Länder dem Druck der Großkonzerne als Betreiber solcher Einkaufszentren allzu bereitwillig nachgeben.

Während in den Innenstadtgeschäften die Umsätze pro Quadratmeter Verkaufsfläche weiter sinken und die Nahversorgung sowohl im städtischen als auch im ländlichen Bereich immer mehr ausgedünnt wird, steigen sie in den Filialen der Einkaufszentren im „Speckgürtel“ der Ballungszentren.

Laut Branchenkennern wird diese Entwicklung – ähnlich wie bei der Errichtung von immer mehr Bürogebäuden mit entsprechenden Leerständen – wider jede kaufmännische Vernunft vom Immobilienkapital – hinter dem in der Regel Banken und Versicherungen stecken – vorangetrieben. Mit Gratisparkplätzen wirken die Einkaufszentren als Verkehrsmagnete, die Folge ist eine immer bedrohlicher werdende Verkehrslawine im Umfeld der größeren Städte.

Wirksame Steuerungsmechanismen wie etwa eine Parkplatzabgabe für Einkaufszentren deren Erlös für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder Förderung der Nahversorgung verwendet werden könnte fehlen. Notwendig ist aber auch eine grundsätzliche Absage an die Genehmigung neuer Einkaufszentren und wirksame Maßnahmen um das scheinbar attraktive Einkaufen auf Kosten von Nahversorgung und Umwelt zu unterbinden.


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