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Franz Mayer (1914-1934)

  • Mittwoch, 12. Februar 2014 @ 08:00
Biografien Mayer Franz, geboren am 26. Mai 1914, gestorben am 12. Februar 1934, konfessionslos, besuchte die Volks- und Bürgerschule (heutige Haupt schule), erlernte den Beruf eines Tischlers, war Kraftfahrer, zur Zeit des Aufstandes des Republikanischen Schutzbundes arbeitslos.

Als Kind war er in der Linzer Kinderfreundeorganisation, dann bei den Roten Falken, auch als Führer tätig. Er gehörte seit 1932 dem Kommunistischen Jugendverband (KJV) an, außerdem gehörte er der Freidenkerbewegung an. Beim Republikanischen Schutzbund gehörte er zur 54. Abteilung, dessen Einsatzort unter anderem der Jägermayrhof am Freinberg war.

Ehemalige KJVler berichten aufgrund von Aussagen der Soldaten, die bei der Barbara-Kapelle beim Jägermayr eingesetzt waren, dass dort von einem Schutzbünd!er ein heftiger Schusswechsel gegen die angreifenden Soldaten geführt wurde und diese dort Verluste zu verzeichnen hatten: "Mit dem spielen wir uns nicht mehr lange. Den machen wir gleich fertig." Mayr Franz ist am dort am Freinberg als einziger Schutzbündler gefallen.

Die illegale Rote Fahne, Nr. 8/17, Mai 1934: "Der 20jährige Falkenführer Franz Mayer, der in Linz beim Kampf um das Gasthaus Jägermayer am Freynberg fiel, war Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes."

Seine Mutter, Pangerl Josefine, berichtet unter anderem: "Durch die Zeitung habe ich erfahren, dass mein Sohn Franz Mayer, ehem. Chauffeur bei den Barmherzigen Schwester, dort als Toter liegt.“ Dr. Guggenberger von der Rettung hatte verwundete Schutzbündler gesucht und ihn beim Jägermayr gefunden. Frau Pangerl: "Er hat so viel Blutverlust gehabt, es hat ihn auf der linken Seite erwischt. Ich habe heute noch das Hemd und die Bluse, wo die Einschüsse drin sind. Sie haben ihn sterbend ins Spital gebracht.“

"Die Beerdigung war so, wie man einen Hund eingraben würde... Die Polizei ist immer am Grab gestanden. Ich habe eine rote Kerze zum Grab gebracht und diese angezündet. Ich habe sie wegtun müssen. Die Polizei hat es von mir verlangt. So habe ich mit einem angebrannten Zündholz in der Mitte das Rote weggebrannt, und somit habe ich eine rot-weiß-rote Kerze gehabt. Die durfte brennen. Mein zweiter Sohn, der auch am Aufstand beteiligt war, ist in die CSR und später in die Sowjetunion geflüchtet.“

Haudum Johann („Hinzi“) berichtet über seinen politischen Freund: "Er war ein recht aufgeweckter Bursche... ich weiß nur, dass er sehr intelligent war... er war arbeitslos und hatte keine Arbeitslosenunterstützung. Er war ein armer Kerl (Er durfte wegen seines Stiefvaters nicht daheim wohnen). Er hatte die Neigung zu revolutionären Taten. Wenn wir wo aufmarschierten, dann sagte er immer zu mir, ich solle ein revolutionäres Lied anstimmen. Zum Beispiel hatte er folgendes Lied gerne gesungen:

'Ist es denn schon wirklich wahr, was man hat vernommen, dass so viele 100.000 Mann Rotgardisten sind gekommen. Viel zu Fuß und viel zu Pferd und viele mussten sterben, denn das Schicksal war so schwer und viele mussten sterben. Schober Bluthund, Polizeipräsident, wie wird es dir ergehen, wenn am Hauptplatz, drinnen schon die Rotgardisten stehen.'

Er forderte mich auf, dieses Lied anzustimmen. Das hörte er gerne. Die oberen Führer ermahnten uns zur Ruhe. Sie waren der Auffassung, dass dies ein kommunistisches Lied sei. Gesungen haben dieses Lied die Linkssozialisten."

Quelle: Peter Kammerstätter, Der Aufstand des Republikanischen Schutzbundes in Oberösterreich am 12. Februar 1934 im Spiegel der Literatur und Lyrik

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