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Josef Skrabal (1892-1934)

  • Mittwoch, 12. Februar 2014 @ 08:00
Biografien Kämpfer des 12. Februar 1934 in Holzleithen/Wolfsegg

Skrabal Josef, geboren am 22. Dezember 1892 in Ottnang, starb am Abend des 12. Februar 1934. Er wurde bei einem Kontrollgang durch das Hausrucktunnel auf der Eberschwangerseite von einem Wehrmachtsposten erschossen.

Skrabal war mit Maria Schachner (geboren am 24. Dezember 1894) verheiratet, Sie hatten eine Tochter Maria (geboren am 7. Mai 1921), verheiratete Mair. Er besuchte die Volksschule und war dann vorerst in der Landwirtschaft und im Bergbau (in Deutschland und Österreich, tätig. Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Militärdienst eingezogen. Am Ende des Krieges hatte er die Charge als Korporal. Er war Mitglied der SPÖ bis zum 31. Dezember 1933 und seit dem 1. Jänner 1934 Mitglied der verbotenen Kommunistischen Partei Österreichs. Er war seit der Gründung ein leidenschaftlicher Anhänger des Schutzbunds und war Unterführer dieser Organisation .

1930 wurde er wegen Führens und der Beteiligung am Bergarbeiterstreik entlassen, und er war bis zu seinem Tod am 12. Februar 1934 arbeitslos. Wenzl Oktabez sagt über Skrabal, dass er „ein prima Bursche“ war.

Redlinger Josef, Altbürgermeister von Ottnang, berichtet über Skrabal Josef unter anderem: „.. war ein richtiger Demonstrant und ein richtiger Revolutionär. Ich kann mich noch an den ersten Tag der Hungerstreikentwicklung erinnern. Da war damals in Thomasroith in der Bergdirektion eine Demonstration unter der Führung von Skrabal von Holzleithen herübergekommen. Der Gendarm Karl hatte Posten bezogen und ist mit dem Bajonett auf Skrabal losgegangen. Er hat gesagt: „Stich her, er wollte dem Gendarm das Gewehr aus der Hand reißen, was ihm aber nicht gelungen ist...“

Vom 12. Februar 1934 berichtet seine Tochter Maria Mair: „Um 5 Uhr in der Früh kam die Gendarmerie zu uns und erzählte, dass sie den Anton Hüttl aus Hausruckedt verhaftet hätten. Dieser Hüttl war ein Schutzbündler. Nach dieser Information sagte mein Papa: ‚Wieso habt ihr den Hüttl festgenommen. Ich bin doch der, der das (gemeint war, dass er den Schutzbund leitet) leitet.' Der Gendarm sagte, dass er (Hüttl) gestanden habe, dass er der technische Leiter des Schutzbundes war. Deshalb habe ihn die Gendarmerie mitgenommen. Meine Mama sagte, nachdem die Gendarmerie weggewesen war, zu meinem Papa: 'Wieso hast Du gesagt, dass Du der Leiter des Schutzbunds bist? Du hast ein Kind!' - 'Der Hüttl hat zwei Kinder und außerdem noch Arbeit, ich habe keine Arbeit mehr', erwiderte der Papa.“

Redlinger Josef berichtet über den Abend vom 12. Februar 1934 weiter: „Ich kann mich noch wie heute erinnern, als der Skrabal durch den Welserstollen zum Mair, Lobmaier, Bauer Karl und zu anderen ist. Der Sepp Skrabal hat zu mir - der Kunsch Toni war auch dabei - gesagt, dass ich und die anderen hinter ihm gehen sollen. Er war ein Draufgänger. wir sollten ihm Deckung geben, im Fall, dass etwas wäre. Man hatte erfahren, geahnt, dass von Ried Militär herankam und sich am Tunnel postiert hatte oder in der unmittelbaren Nähe von diesem. Es wurde befürchtet, dass das Militär den vereinbarten Waffenstillstand nicht hielt und darum die Patrouille. Und als der Sepp, das heißt kurz be- vor er hinauskam vom Tunnel, wurde er angeschrieen mit ‚Halt’ oder was . Ich kann nicht sagen, wer zuerst geschossen hatte. Es entstand eine Mords Schießerei und der Sepp brach zusammen. Er bekam einen Schuss in den Hals. (Auskunft vom Pfarramt von Eberschwang: Brustschuss)“

Der Gendarmeriebericht berichtet: „Am 16. 2. d. J. fand am Ortsfriedhof in Eberschwang das Leichenbegräbnis der drei beim Tunnel erschossenen Schutzbündler statt. (Johann Lobmaier, Josef Zeilinger und Skrabal Josef}. Von der Bezirkshauptmannschaft wurde angeordnet, dass außer den nächsten Angehörigen niemand am Leichenbegräbnis teilnehmen dürfe. Auch war aus Ried Regierungsrat Pfob mit Bezirksinspektor Vamas und ein Zug Militär mit 2 MG vor Beginn des Leichenbegräbnisses erschienen. „

Die Rote Fahne, N r. 8/17, Mai 1934 berichtet: „Der Schutzbundkommandant Skrabal, der in den Kämpfen bei HoIzleithen (Kohlenrevier Oberösterreich) eine führende Rolle innehatte und dabei fiel, war seit Jänner des Jahres Mitglied bei der Kommunistischen Partei.“

Der Schriftsteller Kain Franz hat sich in seinem Buch „Die Lawine“, Erzählungen, mit dem Aufstand im Kohlenrevier beschäftigt. Die Kurzgeschichte „Begegnung in Holzleithen“, beschäftigt sich unter anderem mit dem Tod von Skrabal Josef.

Quelle: Peter Kammerstätter, Der Aufstand des Republikanischen Schutzbunds am 12. Februar 1934 in Oberösterreich


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