Ein Protestmarsch gegen die Privatisierung der Post durch den von der Regierung beschlossenen B√∂rsengang von 49 Prozent der Post AG fand am 17. M√§rz 2006 in Linz statt, aufgerufen dazu hatte ein √ľberparteiliches Aktionskomitee. Obwohl eine intensive Bewerbung durch Verteilungsaktionen und Plakatst√§nder im Stadtgebiet stattfand und bislang rund 70 gew√§hlte MandatarInnen wie Betriebsr√§tInnen, PersonalvertreterInnen usw. den Aufruf gegen die Privatisierung der Post und der √∂ffentlichen Dienste unterzeichnet hatten, konnten sich der Gewerkschaft und der √ĖGB nicht dazu aufraffen, diese Protestaktion zu unterst√ľtzen, so dass die Beteiligung unter den Erwartungen blieb.

Bei der vom Welser Post-Betriebsrat Christian Kenndler (FSG-Zorn) moderierten Auftaktkundgebung am Treffpunkt im Schillerpark betonte Michael Gehmacher (Betriebsrat √ĖHTB Wien) die Bedeutung einer solchen Protestaktion nicht nur in Hinblick auf die Post, sondern als Folgewirkung deren Privatisierung f√ľr alle anderen √∂ffentlichen Dienste.

GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger (BRV EXIT-sozial Linz) wies in einem Statement auf die Vorgeschichte des B√∂rsenganges, beginnend mit der Ausgliederung der Post aus dem Budget schon in der SP√Ė-Regierungs√§ra und mit Zustimmung der Gewerkschaft hin und betonte die grunds√§tzliche Ablehnung eines B√∂rsenganges, den der GLB 2005 auch mit einer Petition untermauert hatte.

Einen erheiternden satirischen Beitrag brachte anschlie√üend der deutsche Kabarettist Dietrich Kittner √ľber seine Erfahrungen mit der Modernisierung der bereits privatisierten Post in Deutschland, Kittner √ľberbrachte auch solidarische Gr√ľ√üe der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die bekanntlich seit Wochen in einem intensiven Arbeitskampf steht.

Der Demonstrationszug bewegte sich anschlie√üend unter der Losung ‚ÄěNein zur Privatisierung der Post!‚Äú und lautstarken Parolen durch die Landstra√üe zum Landhaus, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Gottfried Zauner, Landesvorsitzender der Postgewerkschaft kritisierte dabei die Privatisierung der Post AG und ging ausf√ľhrlich auf die Rahmenbedingungen ein, wich jedoch klaren Stellungnahmen zum defensiven Verhalten der Gewerkschaft aus.

Gerald Oberansmayr (Werkstatt Frieden & Solidarit√§t) als Sprecher des Aktionskomitees wies auf die Entwicklung der Post anhand deren Bilanzen hin: W√§hrend sich von 2000 bis 2005 der Gewinn von 17 auf 103 Millionen Euro versechsfachte, wurden rund 7.000 Arbeitspl√§tze vernichtet und rund tausend Post√§mter geschlossen. Oberansmayr wies auf die Folgewirkungen f√ľr andere √∂ffentliche Dienste hin, kritisierte ebenfalls die defensive Haltung der Gewerkschaft und pl√§dierte f√ľr weiteren Widerstand. Namens des Aktionskomitees wird die Sammlung von Unterst√ľtzungserkl√§rungen von MandatarInnen weitergef√ľhrt und am 29. M√§rz findet eine Veranstaltung mit dem linken deutschen √Ėkonomen Winfried Wolf statt.

© Leo Furtlehner