Salzburg/Wien (APA) - Die neue KP├ľ-Chefin Melina Klaus hofft auf Stimmenzuw├Ąchse ihrer Partei bei der kommenden Nationalratswahl, ├╝berschie├čende Erwartungen hat sie aber nicht: "Ich muss sagen, mit einem Einzug (in den Nationalrat, Anm.) rechne ich nicht", meinte sie im Gespr├Ąch mit der APA. Wirklich schlecht stellt sich f├╝r Klaus, die der Partei seit Samstag gleichberechtigt mit dem K├Ąrntner Mirko Messner vorsteht, die Situation der Kommunisten nicht da, auch wenn man zumindest bundesweit zuletzt stets weit von der Vier-Prozent-H├╝rde entfernt war: "Wir sind ja schon erfolgsverw├Âhnt", verwies sie auf diverse Stimmenzugewinnen der letzten Jahre mit dem H├Âhepunkt des Landtag- Einzuges in der Steiermark.

Die von der steirischen Galionsfigur Ernest Kaltenegger eingeforderte Realit├Ątsn├Ąhe sieht Klaus bei sich und Messner gegeben. Sie beide seien erwerbst├Ątig - "und zwar nicht in der Politik sondern in der Realit├Ąt".

Finanziell sieht es f├╝r die KP├ľ unver├Ąndert nicht rosig aus. Man werde im Wahlkampf "ganz wenig Geld" haben wie bei den letzten Kampagnen auch, konstatiert Klaus.

Inhaltlich wird sich die KP├ľ nicht allzu sehr umorientieren: "Politisch wird sicher ganz vieles fortgefahren." Schlie├člich habe es keine inhaltlichen Gr├╝nde f├╝r den Wechsel an der Spitze gegeben, spielte Klaus auf den freiwilligen R├╝ckzug von Walter Baier an.

Sie selbst will sich weiter vor allem um den sozialen Bereich k├╝mmern, Messner um Minderheitsfragen. Die Doppelspitze begr├╝ndet Klaus damit, dass die KP├ľ die Leitungsgremien "kollektivieren" wolle. Zus├Ątzlich gebe es ein finanzielles Motiv, dass sich die KP├ľ keine Vollzeitvorsitzenden mehr leiste und so auch die Parteispitze einer Erwerbst├Ątigkeit nachgehen m├╝sse.

APA 7:59 12.03.2006