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Karl Riener (1923-2005)

  • Freitag, 10. Juni 2005 @ 11:03
Biografien Nach langer schwerer Krankheit ist am 10. Juni 2005 in Steyr unser Genosse Karl Riener gestorben.

Karl Riener wurde am 19. Dezember 1923 in Steyr geboren und entstammt einer angesehenen Arbeiterfamilie und wurde zu einem fortschrittlichen Menschen erzogen. Er wuchs im historischen Steyrer Wohnviertel Wehrgraben auf, das vom Handwerk und der Werndlzeit geprägt ist. Schon sein Großvater und sein Vater waren in der Waffenfabrik Werndls als Arbeiterfunktionäre tätig.


Der Weg seines Vaters wurde der Lebensweg von Karl Riener. Er kann auf einen vielseitigen kämpferischen Lebensweg zurückblicken. Vom Beruf ist er Werkzeugmacher, den er meisterhaft beherrschte und wurde bereits als junger Arbeiter im Steyr-Werk von seinen Arbeitskollegen auf Grund seiner fortschrittlichen Gesinnung geschätzt und geachtet.

Sein literarisches Wissen war in Steyr allgemein bekannt. Durch seinen ehrenamtlichen Buchverkauf kam bereits in der Nachkriegszeit fortschrittliche Literatur und Bildung in viele Arbeiterhaushalte des Bezirkes Steyr. Als er 1947 aus der sowjetischen Krieggefangenschaft nach Steyr zurück kam trat er als Werkzeugschlosser in die Steyr-Werke ein und wurde Mitglied der KPÖ und wirkte viele Jahre als Jugendfunktionär der Freien österreichischen Jugend des Bezirkes Steyr.

Viele Jugendprobleme wurden damals gemeinsam beraten und vorangetrieben. Seine kämpferischen Artikel die er schrieb wurden in der Jugendzeitung „Jugend voran" abgedruckt und damit über Oberösterreich hinaus verbreitet. Er war auch maßgeblich beim Aufbau der Betriebsorganisation der FÖJ im Haupt- und Wälzlagerwerk beteiligt. Jugendtreffen wurden organisiert und Jugendheime in Münichholz, auf der Ennsleite und in Letten errichtet sowie Wanderungen durchgeführt.

Als 1949/50 Lohn-Preispakte das Realeinkommen der Arbeiter und Angestellten senkten kam es zur größten Streikbewegung nach 1945. Im Mai 1949 kamen über 5.000 Arbeiter zur Protestkundgebung der KPÖ auf dem Stadtplatz. Im September 1950 waren 16.000 Arbeiter und Angestellte aus 15 Betrieben bei der Protestversammlung auf dem Stadtplatz. Nach der Niederwerfung der Streikbewegung durch die damalige reaktionäre Werksdirektion, mit Unterstützung der SP-Gewerkschaftsfunktionäre, wurden hunderte KP-Funktionäre, darunter auch Karl Riener, politisch gemaßregelt und teilweise auch aus den Wohnungen geworfen.

Karl Riener fand einen Arbeitsplatz im Nibelungenwerk, damals USIA-Betrieb. Auch dort setzte er sich für die Kollegen ein und bekämpfte Ungerechtigkeiten. Nach dem Staatsvertrag 1955 wurde er als KPÖ-Funktionär wieder gekündigt. Aufgrund seines fachlichen Könnens bekam er bei der Firma Doleschal in seinem Beruf einen Arbeitsplatz. Bei dieser Firma arbeitete er bis zu seiner Pensionierung.

Auch in der Sportbewegung in Steyr war Karl Riener viele Jahre tätig. Für die Überdachung der Kunsteisbahn brachte er mit 3.000 Unterschriften die Politiker in Bewegung, tausende erfreuen sich nun beim Eissport. Auch in den letzten Jahren verfolgte Karl Riener aufmerksam das politische Geschehen und beteiligte sich an den Aktivitäten der Partei. Er starb nach langer Krankheit am 10. Juni 2005 im 82. Lebensjahr.

Wir werden Genossen Karl Riener ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere Anteilnahme gilt seiner Gattin Sonja, seinen Söhnen und Schwiegertöchtern sowie seinen Enkelkindern.
KPÖ-Bezirksvorstand Steyr

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