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Linzer KPÖ würdigte Gisela Tschofenig-Taurer

  • Mittwoch, 27. April 2005 @ 12:30
Geschichte Mit einer Kranzniederlegung beim Denkmal für die im Arbeitserziehungslager Schörgenhub im Bereich Siemensstraße/Daimlerstraße im Stadtteil Neue Heimat inhaftierten und ermordeten Antifaschistinnen ehrte die Linzer KPÖ am 27. April das Andenken an die kommunistische Widerstandskämpferin Gisela Tschofenig-Taurer, die am 27. April 1945 wenige Tage vor Kriegsende ermordet wurde.

KPÖ-Bezirksvorsitzender Leo Furtlehner würdigte dabei in einer Ansprache das Leben dieser Antifaschistin: Gisela Taurer wurde am 21. Mai 1917 in der Gemeinde Landskron (Bezirk Villach) als Tochter einer Eisenbahnerfamilie geboren und kam 1935 im Zuge einer Strafversetzung ihres Vaters nach Linz. Frühzeitig schloss sie sich zunächst dem illegalen Kommunistischen Jugendverband und später der KPÖ an. In den Jahren 1937 und 1938 hielt sie sich in Frankreich auf, von wo aus sie nach Spanien zu den InterbrigadistInnen zur Verteidigung der spanischen Republik wollte.

Ab 1938 war sie dann als Kassierin am Hauptbahnhof Linz tätig. In den Jahren 1939 und 1940 hielt sie sich in Berchem bei Amsterdam bei ihren späteren Gatten Josef Tschofenig (den sie 1944 heiratete) auf. Josef Tschofenig wurde nach dem deutschen Überfall auf die Niederlade verhaftet und in das KZ Dachau eingeliefert, er überlebte jedoch die Haft und war nach 1945 Landesobmann der KPÖ in Kärnten. 1940 wurde ihr Sohn Hermann geboren. In dieser Zeit war sie eine wichtige Verbindungsperson zum KPÖ-Landesobmann Sepp Teufl, für den sie Kurierdienste leistete und Flugblätter schrieb.

1944 wurde Gisela Tschofenig-Taurer während eines Aufenthaltes auf einer Alm im Dobratschgebiet bei Villach – wohin sie sich mit ihrem Sohn in Vorahnung einer drohenden Verhaftung geflüchtet hatte – verhaftet und in das Frauengefängnis Kaplanhof in Linz eingeliefert, wo sie mehrmals zu Verhören in das KZ Mauthausen gebracht wurde und den Bombenangriff am 31. März 1945 überlebte. Sie wurde anschließend in das Arbeitserziehungslager Schörgenhub überstellt, wo sie am 27. April 1945 gemeinsam mit der Welser Kommunistin Risa Höllermann und anderen Frauen von der SS erschossen wurde. Am 13. Mai wurde ihre in Schörgenhub verscharrte Leiche exhumiert und später am Urnenfriedhof in Linz-Urfahr begraben.

Da sich das Lager Schörgenhub zum Zeitpunkt der Ermordung von Gisela Tschofenig-Taurer bereits in Auflösung befand, gibt es über ihren Tod keine amtlichen Dokumente. Daher scheint ihr Name auch nicht im amtlichen Werk „Widerstand und Verfolgung in Oberösterreich“ und anderen historischen Werken auf und gehört zu den „weißen Flecken“ bei der Aufarbeitung des Widerstandes.

Bei einer Vorsprache beim Linzer Bürgermeister Franz Dobusch am 25. April 2005 deponierte eine Delegation den Vorschlag, eine Straße oder eine andere öffentliche Einrichtung nach der am 27. April 1945 im Lager Schörgenhub ermordeten Antifaschistin Gisela Tschofenig-Taurer zu benennen. Die Initiative dafür war von der Linzer KPÖ-Frauengruppe, insbesondere von Margit Kain, ausgegangen.

Der Bürgermeister sagte zu, den Vorschlag in die Warteliste für künftige Straßenbenennungen aufzunehmen. Ebenfalls sagte er die Prüfung des bei der Vorsprache eingebrachten Vorschlages zu, auf dem Areal der Pädagogischen Akademie des Bundes bzw. der Bundespolizeidirektion ein Denkmal oder eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer im dort bis 1945 dort situierten Frauenlager Kaplanhof zu errichten.


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