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1934: Lokalchronik der Februarkämpfe in Oberösterreich

  • Mittwoch, 12. Februar 2014 @ 08:00
Geschichte Linz: Eine Hausdurchsuchung der Polizei im Hotel “Schiff” löst den Februaraufstand aus. Schauplatz der Kämpfe zwischen Schutzbund und Militär bzw. Heimwehr sind Wirtschaftshof, Diesterwegschule, Polygonplatz (heute Bulgariplatz), Parkbad und Dorfhalle. Weitere Kampfhandlungen gibt es beim Jägermayrhof, Eisenbahnbrücke und dem Petrinum. Der Generalstreik kommt nicht zustande, Züge fahren weiter, Gas-, Strom- und Wasserversorgung werden nicht unterbrochen. Der Aufstand des Schutzbundes bricht bald zusammen. In Linz gibt es 14 Todesopfer und 984 Verhaftungen.

Steyr: Nach Bekanntwerden des Aufstandes in Linz beschließt der Betriebsrat der Steyr-Werke den Generalstreik. Es kommt zu erbitterten Kämpfen um die Arbeitersiedlung Ennsleite und die Kaserne am Tabor, die durch die Übermacht des Bundesheeres mit Kanonen entschieden werden. In Steyr gibt es zehn Tote und ungefähr tausend Verhaftungen von Schutzbündlern.

Kohlenrevier: Noch vor Ausbruch der Kämpfe in Linz gibt es im Kohlenrevier Verhaftungen. Der Schutzbund sammelt sich in Holzleithen. Aus Ried und später aus Wels und Vöcklabruck rückt Militär heran. Der Entscheidungskampf findet beim Arbeiterheim Holzleithen statt, auf dessen Bühne die Faschisten ein Massaker anrichten. Im Hausruckrevier gibt es zehn tote Schutzbündler, fünf Tote der Exekutive und eine tote Zivilistin.

Attnang-Puchheim: Im Eisenbahnerort hat der Schutzbund die Lage ohne Kampf völlig im Griff, gibt jedoch den Kampf auf, als bekannt wird, daß es nicht zum Generalstreik kommt.

Stadl-Paura: Zu Mittag des 12. Februar wird in der Lambacher Flachsspinnerei der Streik ausgerufen. Der Schutzbund besetzt die Zufahrtsstraßen und hält den Ort bis in die Nacht zum 15. Februar.

Steyrermühl: In der Papierfabrik wird um 10 Uhr der Generalstreik ausgerufen. Der Schutzbund hält den Ort bis zum 15. Februar.

Wels: Durch Verhaftungen und Beschlagnahme von Waffen schon vor dem 12. Februar und das Versagen der Schutzbundführung kommt es in Wels zu keinen Auseinandersetzungen.

Schneegattern: Der Schutzbund mobilisiert, wartet jedoch vergeblich auf Weisungen, sodaß letztlich nur Waffen und Bücher versteckt werden können.

Innviertel: Durch zahlreiche Verhaftungen schon vor dem 12. Februar kommt es zu keinen größeren Aktivitäten in Braunau, Ried und Schärding.

Mühlviertel: In Freistadt ist der Schutzbund durch Verhaftung seines Obmannes handlungsunfähig. Auch in Mauthausen warten etwa 300 Schutzbündler vergebens auf Anweisungen und zerstreuen sich vor Eintreffen des Bundesheeres.

Linz-Land: Der Schutzbund der Papierfabrik Nettingsdorf mobilisiert, wartet aber am Sammelplatz in Traun vergebens auf Anweisungen. In einem verzweifelten Kampf unterliegt der Schutzbündler Georg Buttinger in Nettingsdorf dem Ansturm von rund 30 Polizisten und wird erschossen.

Ebensee: Zu Mittag des 12. Februar treten die Solvay-Arbeiter in den Streik, am 13. Februar schließen sich andere Betriebe an, Post und Bahnhof werden besetzt, die Gendarmerie unter Hausarrest gestellt. Am 14. Februar rückt ein großes Militäraufgebot gegen Ebensee vor, einen Tag später hat sich der Aufstand aufgelöst.



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