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Gisela Tschofenig-Taurer (1917-1945)

  • Freitag, 27. April 2007 @ 10:33
Biografien Gisela Taurer wurde am 21. Mai 1917 in St. Leonhard 12, Gemeinde Landskron im Bezirk Villach in Kärnten als Tochter einer Eisenbahnerfamilie geboren. Die Familie war ab 1925 zunächst in Villach, Marxgasse 7a wohnhaft, 1935 wurde ihr Vater wegen politischer Unzuverlässigkeit von Villach nach Linz versetzt und die Familie war zunächst in Linz, Memhardstraße 1 und ab 1936 in Leonding, Untergaumberg 30 wohnhaft. Von April 1937 bis April 1938 hielt sich Gisela Taurer in Frankreich, Lyon, 6 rue Moliere auf. Sie wollte damals mit Margarete Gröblinger (später Müller) noch zu den Interbrigaden nach Spanien, was aber nicht gelang.

Gisela Taurer hatte eine gediegene Schulbildung und war zunächst bei der Reichsbahn beschäftigt. Von 1938 bis 1939 war Gisela Taurer als Kassiererin am Hauptbahnhof Linz tätig. Sie arbeitete zunächst illegal in der Kommunistischen Jugend, später in der Partei. Sie war eine wichtige Verbindungsperson zum Landesobmann der Kommunistischen Partei und Mitglied des Zentralkomitees Sepp Teufl, für den sie Nachrichten weitergab, Kurierdienste leitete und Flugblätter schrieb, die er entworfen hatte.

Vom Juli 1939 bis Mai 1940 hielt sie sich in Berchem bei Amsterdam bei ihrem späteren Gatten Josef Tschofenig auf, der nach dem Einmarsch der Nazis verhaftet und in das KZ Dachau eingeliefert wurde. Gisela war anschließend wieder bei ihren Eltern in Leonding, ab 19. Dezember 1940 in Linz, Füchselstraße 2 wohnhaft. Am 21. Dezember 1940 wurde ihr Sohn Hermann geboren. Am 3. Juni 1944 erfolgte die Heirat mit Josef Tschofenig im Standesamt II in Dachau. Das Amtsgericht Linz erteilte am 6. Juni 1944 Hermann die Stellung als eheliches Kind.

Am 25. September 1944 wurde Gisela Tschofenig-Taurer in Villach während eines Aufenthaltes bei Familie Tatschl – wohin sie sich in einer gewissen Vorahnung abgesetzt hatte – wegen staatsfeindlicher politischer Betätigung durch die Gestapo verhaftet, nach Linz überstellt und in das Frauengefängnis Kaplanhof, Zelle 12 eingeliefert. Dort überlebte sie den Bombenangriff auf des Frauengefängnis Kaplanhof am 31. März 1945 und wurde mit den Überlebenden in das Arbeitserziehungslager Schörgenhub gebracht. Am 27. April 1945 wurden laut Aussage von Theresia Reindl, Gisela Tschofenig, Risa Höllermann (Wels) und eine Frau, deren Name nicht bekannt ist, aufgerufen, die Decken zu nehmen und mitzukommen. In der Nacht hörten die Frauen Schüsse und am nächsten Tag hatte eine der Aufseherinnen die Bergschuhe von Gisela Tschofenig an.

Am 3. Mai 1945 wurde das Lager Schörgenhub befreit. Am 13. Mai 1945 exhumierte Vater Taurer mit einigen Nationalsozialisten die sechs Ermordeten. In der Grube, die Theresia Reindl angeben konnte, lagen lt. früheren Zeitungsberichten, außer den drei Frauen noch der Landwirt Franz Popp aus Molln, ein Mann namens Stadler aus Gmunden und ein unbekannter Jude. Weitere Gruben waren bereits ausgehoben.


Publikationen

 
 
Sepp Plieseis (1913-1966)
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